Syrien-Konflikt
von John Schacher
Israel verteilt Gegenmittel zu chemischen Waffen an syrische Rebellen

Die syrisch-arabische Armee soll an ihre Einheiten im südlichen Syrien und auf dem Golan Schutzanzüge gegen Chemiewaffen ausgegeben haben – in Anrechnung der Tatsache, daß in der Region Damaskus schon Chemiewaffen eingesetzt wurden.
Die Rebellen waren es, die bisher zu Chemiewaffen gegriffen haben. Weder in Libyen noch in Syrien kam es bislang von Seiten der Regierungstruppen zu einem Giftgaseinsatz – soviel Kultur hatte man.
DEBKA, die militärnahe israelische Nachrichtenagentur meldet:
Da beide Seiten zur chemischen Kriegsführung bereit scheinen, haben die israelischen Truppen damit begonnen Atropin-Spritzen (gegen Sarin und VX-Nervengas) an die syrischen Rebellen auf dem Golan und entlang der israelisch-syrischen Grenze auszugeben. Dies ist die bislang erste Einmischung Israels in den syrischen Konflikt.
Erste Einmischung? Schön wär´s… Ungezählte Tonnen an Mordwerkzeug “made in Israel” schwirrt durch ganz Syrien, einen massiven israelischen Luftschlag gegen syrisches Hohheitsgebiet gab´s erst kürzlich zu bewundern – aber natürlich ist “dies bislang die erste Einmischung Israels”…
Wenn Israel zudem auf dem von ihm völkerrechtswidrig besetzten Golan-Höhen – die syrisches Eigentum sind – Rebellen beherbergt, ausrüstet und in seinem Grenzraum duldet/unterstützt, ist dies eine Kriegshandlung. Kann man drehen und wenden, wie man will. Durch die Formulierung “Rebellen auf dem Golan” von israelischer Seite ergibt sich vielleicht auch in rechtlicher Hinsicht ein Ansatz. Jedenfalls scheint sich für Syrien einiges zusammenzubrauen. Beste Wünsche an die braven Menschen dort.
erschienen bei fresh-seed
Danke an Silvio
Im Interview mit Jungle Drum Radio finden sich diesmal Leutnant Christian Neumann und der Oberstleutnant d.R. Michael Lindner. Beide sind Mitglieder des Darmstädter Signals, einer Vereinigung von Soldaten der Bundeswehr, die sich gegen Eskalation und Auslandseinsätze wenden.
Im Interview geht es um die Risiken und Hintergründe des geplanten Einsatzes von Patriot-Systemen an der türkisch-syrischen Grenze. Und vor allem darum, dass dieser Einsatz völlig unsinnig ist aus einem einfachen Grund. Dass Raketen, bestückt mit chemischen Kampfstoffen, durch Patriot-Raketen abgeschossen werden können, steht außer Frage. Ihre giftige Fracht würde dabei jedoch dennoch freigesetzt und sich über weite Landstriche verteilen. Nach Ansicht Neumanns dient der Einsatz daher einem anderen Zweck. Die Deutschen, so der Berufsoffizier, seien dazu verdonnert worden, Ihren Beitrag zu leisten und diesmal bereits im Vorfeld eines Krieges, der glücklicherweise noch nicht ausgebrochen ist. Die Kriege der Zukunft werden aus Neumanns Sicht eher mit kleinen Mini-Nukes ausgetragen werden, was dennoch großflächige radioaktive Verseuchung zur Folge hätte. Selbst zum Thema HAARP und autarken Kampfrobotern mit emotionalen Subroutinen, die sich ihre Ziele selbst auswählen, weiß der Leutnant etwas zu sagen.
Ein spannendes Interview mit viel Hintergrundinformation – diesmal aus militärischer Sicht.
Quelle: fresh-seed
erschienen bei lupo cattivo – Danke an Christoph
Diese Videoreportage ist ungefähr eine Woche alt und ist der Bericht eines Filmteams vom russischen Staatsfernsehen, das 2 Monate in Syrien verbracht hat und dort unmittelbar an den “heißen Orten” gewesen ist. Es gibt darin eigentlich keine Sensationen, aber sehenswert ist sie auf jeden Fall. Wichtig anzumerken, dass es sich hierbei nicht um Amateurbilder oder das Werk von Enthusiasten handelt. Nicht einmal “nur” um Berichte eines abchasischen Nachrichtenteams. Quelle: Vesti.ru, Autor: Jewgenij Poddubnyj
Das Filmteam, welches diese Reportage erstellte, gehört zur russischen staatlichen Fernseh- und Radiogesellschaft (WGTRK), ausgestrahlt wurde der Beitrag auf Rossija und im Internet auf Vesti.ru publiziert. Das ist in etwa wie ARD und SPON. Man kann nur hoffen, dass wenigstens diese Reportage kraft ihrer Autorität und auch Professionalität ein wenig im deutschsprachigen Raum bekannt wird.
Schon seit anderthalb Jahren herrscht in Syrien Krieg. Eine endlose Folge von Sondereinsätzen, Siegen und Rückzügen, die Konfrontationen zwischen Regierungstruppen und bewaffneter Opposition – mit der Waffe in der Hand und im Äther der Fernsehkanäle weltweit. Kämpfe lokaler Bedeutung werden auch außerhalb der Landesgrenzen besprochen, denn der Ausgang dieses Krieges wird nicht nur für Syrien Folgen haben. Die Situation vor Ort spaltet die Welt. Der innere Konflikt hat zweifelsohne globale Folgen. Ein Filmteam des russischen Staatsfernsehens hat 2 Monate an vorderster Front mit den Soldaten der syrischen Armee und den Bewohnern der umkämpften Gebiete verbracht, um Antworten auf schwierige Fragen zu finden: gegen wen kämpft die syrische Armee? Wofür kämpft die bewaffnete Opposition? Und warum gibt es so viele Parteien, die an diesem Konflikt interessiert sind?
Dieser Film entstand nicht in einem Studio, sondern unter Feldbedingungen, um das, was hier vor sich geht, möglichst genau zu vermitteln. Der Kampf um Syrien – ein Bericht von vorderster Front.
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erschienen bei “Hinter der Fichte”
Wer hats gesagt? Nicht Fips Asmussen, nein, die ARD behauptet sie betreibe „ausgeglichene objektive Berichterstattung.“
„Während diese Zeilen verfasst werden, läuft die aufregende Meldung über die Ticker, dass die Tagesschau an ihrer Titelmelodie feilt. Die letzte große Aufregung über das ARD-Flaggschiff bestand vor einigen Jahren in einer Debatte über das neue Studiodesign. Eine kritische Analyse über die journalistischen Prinzipien der Tagesschau muss man in den letzten 40 Jahren mit der Lupe suchen. Eine Mediengesellschaft, die ihre Medien nur durch Ein- und Ausschalten kommentiert, ist reif für Berlusconi.“ Walter van Rossum in „Hysterischer Stupor“ „Freitag“ vom 13. 9. 2012
„… Ansonsten halten wir es in der Tat für zumindest ein wenig verschroben, der ARD in puncto Syrien „Propaganda“ vorzuwerfen. Wir bemühen uns stets so neutral wie möglich zu berichten…“
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erschienen bei RIA-Novosti
Russland will laut Außenminister Sergej Lawrow alle Maßnahmen treffen, um in der Zukunft keinen Missbrauch bei Interpretation der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zuzulassen, wie dies im Fall mit Libyen geschehen sei.
„Niemandem wird garantiert, dass die ‚verschwommenen’ Resolutionen des UN-Sicherheitsrats nicht für einen Missbrauch des Mandats, wie dies in Libyen geschehen ist, verwertet werden. Damals kamen (die UN-Staaten) über die Notwendigkeit überein, den (libyschen) ‚Luftraum zu sperren’, wir stimmten ‚dafür’, und ein ‚gesperrter Luftraum’ wurde angekündigt. Doch die Nato-Länder, die die Erfüllung dieser Resolution des UN-Sicherheitsrats übernommen hatten, gingen weit über den Rahmen der Schritte hinaus, die für das Patrouillieren des Luftraums und die Nichtzulassung der Flüge von Militärflugzeugen des libyschen Regimes notwendig waren, und begannen, Bodenziele zu bombardieren und an der Seite der Rebellen am Bürgerkrieg teilzunehmen“
sagte Sergej Lawrow in einem Interview mit der Zeitschrift „Meschdunarodnaja Schisnj“ (dt.: „Außenpolitisches Leben“).
So wurde das Mandat des UN-Sicherheitsrats „aufs Gröbste missbraucht“, betonte der russische Chefdiplomat.
„Was den Missbrauch bei der Interpretation der Resolutionen betrifft, so werden wir alle Maßnahmen treffen, damit die Mandate des UN-Sicherheitsrats in der Zukunft keinen Doppelsinn enthalten”
Russland sei bereit, an der Annahme einer Syrien-Resolution vom UN-Sicherheitsrat teilzunehmen; Moskau und Peking hatten ihr Veto-Recht in Bezug auf Resolutionsentwürfe gebraucht, die einen Sturz des Regimes von Baschar al-Assad vorsahen, um die Charta der Vereinten Nationen zu verteidigen, nahm Lawrow Stellung.
„Wir sind bereit, eine Resolution zu Syrien zu beschließen. Doch aus unbekannten Gründen vergessen alle, dass der UN-Sicherheitsrat bereits zwei Syrien-Resolutionen beschlossen hat; außerdem wurde ein Kommuniqué der ‚Aktionsgruppe’ abgestimmt, die sich am 30. Juni in Genf getroffen hatte. Wir schlugen vor, das Genfer Kommuniqué im UN-Sicherheitsrat zu billigen, doch die Amerikaner lehnten das ab, weil es keine Drohungen, keine einseitigen Bewertungen und keine Sanktionen gegen das Regime enthielt“
“Die Kritiker unserer Positionen im Westen sagen, dass der UN-Sicherheitsrat wegen der Vetos seitens Russlands und Chinas bei drei Resolutionsentwürfen zu Syrien ‚gelähmt‘ wurde“
„Diese Position ist weit von der Wahrheit entfernt. Wir haben unser Veto-Recht gegen eine Resolution angewandt, die auf eine Ablösung des Regimes gerichtet ist, während die UN-Charta keine Einmischung von außen zulässt, um bestehende Regimes zu stürzen; sie fordert, die Souveränität und territoriale Integrität des Staates zu achten. Auf diese Weise haben Russland und China bei der Abstimmung gegen die Syrien-Resolutionsentwürfe die UN-Charta verteidigt“
so der Außenminister. In Syrien dauern seit März 2011 Kämpfe zwischen Armee und Regierungsgegnern an. Laut UN-Angaben sind bei den Gefechten ungefähr 17.000 Menschen getötet worden. Außerdem gibt es mehr als 200.000 Flüchtlinge, rund eine Million Menschen bedarf humanitärer Hilfe. Die syrische Opposition, aber auch die westlichen Staaten wollen Assad zwingen, zurückzutreten. Die UN-Vetomächte Russland und China lehnen ein internationales Eingreifen in Syrien ab.
Russland und China haben als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates bereits dreimal mit ihrem Veto Resolutionen blockiert, die Sanktionen nur gegen die syrische Regierung und nicht gegen die bewaffneten Oppositionsgruppen vorsahen.
Quelle: RIA Novosti
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erschienen bei chartophylakeion tou polemou
Themen sind diesmal Syrien inkl. Chemiewaffen, der Wahabismus in Russland (Nordkaukasus und Wolgagebiet), Ägypten sowie – zurück in Syrien – die erbarmungslose Terrorgruppe Al-Humurun, die in den Kampf gegen “das Regime” einsteigt.
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Transkript des Filmes
zu LESEN bei chartophylakeion tou polemou
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erschienen bei RIA NOVOSTI
Wegen des andauernden Bürgerkriegs in Syrien hat die russische Marine beschlossen, vorübergehend den Stützpunkt in der Hafenstadt Tartus nicht mehr zu benutzen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.
Darüber hinaus seien keine großen Waffenlieferungen an das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad geplant. Moskau will Damaskus künftig nur noch politisch, humanitär und informell unterstützen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Informationen von russischen Militärs und Diplomaten, die an den jüngsten Verhandlungen mit einer offiziellen syrischen Delegation in Moskau teilgenommen hatten.
Somit wird klar, warum der Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten (die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte) ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst wurde, und warum der Generalstab seine Pläne geändert hat, Schiffe der Nordflotte ins Schwarze Meer zu schicken.
Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge könnten sich die verfeindeten Lager in Syrien versöhnen. Das bedeute, dass eine militärische Unterstützung für Assads Regime derzeit nicht das Hauptziel sei. Im Gegensatz zum Westen, der die Opposition mit Waffen zu versorgen begann, hat Russland fast alle seine Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer abgezogen. Vor Syrien kreuzen bereits Schiffsverbände der Nato. Vor diesem Hintergrund sieht Russlands Schiffsverband wie ein „Tropfen im Meer“ aus.
„Unser Militärobjekt in Tartus ist allein durch militärische Maßnahmen nicht zu erhalten. Wir sind nicht in der Lage, den Ländern, die die syrische Opposition unterstützen, mit militärischen Methoden Widerstand zu leisten“, sagte eine Quelle im russischen Verteidigungsministerium.
Darüber hinaus dementierten die Quellen im russischen Verteidigungsministerium Medienberichte, laut denen die Angehörigen des Stützpunkts in Tartus wegen der heftiger werdenden Kämpfe im Westen Syriens evakuiert worden seien.
Den Quellen im russischen Verteidigungsministerium zufolge unterstützt Moskau die Regierung in Damaskus bei der Aufklärung sowie mit „militärpolitischen Methoden“. Falls sich die Situation dramatisch verändern sollte, kann Russland das gesamte Personal des Stützpunktes in Sicherheit bringen. Bei einem Notfall könnten Flugzeuge der Transportfliegerkräfte und des Zivilschutzministeriums eingesetzt werden, um das russische Personal des Stützpunkts auszufliegen. Die Fluggesellschaft Aeroflot fliegt seit dem 7. August nicht mehr nach Syrien.
„Russland hält sich aus der Situation in Syrien raus. Zudem ist Moskau gegen Gewaltszenarien, die vom Westen gegen Syrien konzipiert werden. Deswegen hängt die Zukunft der russischen Militärobjekte davon ab, wie lange es dauern wird, bis der Frieden einkehrt. Man will hoffen, dass Präsident Baschar Assad die unversöhnliche bewaffnete Opposition zerschlägt, einen Kompromiss eingeht und sich an den Verhandlungstisch setzt“, sagte Igor Korotschenko, Direktor des Zentrums für Analyse des Weltwaffenhandels.
„Russland hat keinen klaren Plan zur Verteidigung seiner geopolitischen Positionen im Nahen Osten“, sagte Militärexperte Juri Netkatschow. Es entstehe der Eindruck, dass die Situation ihrem Selbstlauf überlassen worden sei. Moskau hätte das Assad-Regime wirksam unterstützen können, auch im militärtechnischen Bereich. Falls Assad gestürzt werden sollte, verliert Russland seinen einzigen Verbündeten im Nahen Osten, so der Experte.
Quelle: RIA NOVOSTI
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