Russland

macedonia riaerschienen bei voltairenet

Über den unmittelbaren Anlass hinaus, der die Vereinigten Staaten im letzten Monat zu einem Einsatz zur Destabilisierung Mazedoniens antrieb, beobachtet die Senatorin Elena Guskova die Strategie Washingtons auf dem Balkan seit dreißig Jahren. Aus Sicht der berühmten Historikerin wollen die Vereinigten Staaten mit allen Mitteln dem Einfluss Russlands auf die Region ein Ende machen, auch auf die Gefahr hin, die Völker zu teilen und alle aktuellen Staaten zu zerstören.

Die Situation in Mazedonien wurde in einem bedeutsamen Augenblick destabilisiert: dem der Feierlichkeiten zum siebzigsten Jahrestag des Sieges über den Faschismus. So begannen am 7. Mai organisierte Kundgebungen der Opposition in Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, und in der Nacht des 9. Mai verließen Kommandos bewaffneter Albaner den Kosovo in Richtung Mazedonien, um dort die Stadt Kumanovo zu besetzen. Der mazedonische Präsident Gjorge Ivanov sah sich gezwungen, die Feiern in Moskau zu verlassen [1].

Die mazedonische Polizei reagierte entschlossen: Die Kämpfenden wurden besiegt, dann neutralisiert, aber die Kundgebungen der Opposition dauerten an. Auf dem Platz im Zentrum der mazedonischen Hauptstadt wurden Zelte errichtet und die Demonstranten brachten erweiterte Forderungen zum Ausdruck: einen Regierungswechsel und Neuwahlen.

In Moskau verstand man sofort: Eine weitere „Farbrevolution“ oder ein „mazedonischer Maidan“ waren im Anmarsch. Der russische Außenminister Sergej Lawrow drückte die Besorgnis seines Landes angesichts der Ereignisse in Mazedonien aus und umriss Moskaus Einschätzung der Ursachen und der möglichen Entwicklung. Er warnte vor dem gefährlichen Charakter weiterer Schritte der Albaner in der Region – Aktivitäten, die ab jetzt von Tirana, der Hauptstadt Albaniens, gesteuert würden. Tirana kündigte an, das Projekt „Groß-Albanien“ weiter zu verfolgen. Dem albanischen Premierminister Edi Rama zufolge ist die Vereinigung von Albanien und dem Kosovo unumgänglich, gleich ob sie sich in der Europäischen Union abspielt oder nicht.

Der russische Außenminister ist überzeugt davon, dass der Konflikt in Mazedonien von ausländischen Kräften dirigiert wird. „Die Ereignisse in Albanien werden offensichtlich von außen kontrolliert“, kommentierte er. In der Tat werden die Demonstrationen in Skopje von der CIA und bestimmten Nicht-Regierungs-Organisationen unterstützt. Die US-Diplomaten, die dem mazedonischen Premierminister Nikola Gruevski raten, vorgezogene Wahlen einzuberufen, sind bei allen Verhandlungen anwesend. Die Menge auf der Straße agiert nach dem üblichen Szenarium der „Farbrevolutionen“, das bereits in Serbien, in Georgien, in der Ukraine und zahlreichen anderen Ländern ausprobiert wurde. Allerdings hat die mazedonische Variante einige Besonderheiten.

Zuallererst ist die herrschende Partei in Mazedonien – mit dem schwierigen Namen VMRO-DPMNE – eine mächtige und erfahrene politische Kraft, die solide Unterstützung durch das Volk genießt und sowohl die Basis des Präsidenten wie auch des Premierministers ist. Die Regierung konnte mit Leichtigkeit 90.000 ihrer Anhänger auf die Straßen schicken. Die Polizei handelte kompetent, ließ sich nicht provozieren und gab den Demonstranten gegenüber auch in nichts nach. Deshalb kann man vermuten, dass die Kundgebungen auf der Straße sich sehr wahrscheinlich „im üblichen Szenario“ ohne große Auswirkungen hinziehen werden.

Die zweite Besonderheit, der sogenannte „albanische Faktor“, ist besonders wichtig.

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poro putinerschienen bei saker

Vorwort vom Saker:
Die folgende Analyse ist bei weitem die beste, die ich seit dem Beginn des Konflikts in der Ukraine gesehen habe. Ich habe schon früher regelmäßig Analysen von Ishchenko auf diesem blog veröffentlicht, weil ich ihn für einen der besten Analytiker Russlands halte. Diesmal aber hat Ishchenko wirklich ein Meisterwerk geschaffen: Eine umfassende Analyse der geostrategischen Position Russlands and eine klare und, so glaube ich, absolut genaue Analyse der gesamten “Putin Strategie” für die Ukraine. Ich habe immer gesagt, dass es in diesem Konflikt nicht um die Ukraine geht, sondern um die Zukunft des Planeten und dass es keine “neurussische” oder sogar eine “ukrainische” Lösung gibt, sondern nur das mögliche Ergebnis eines strategischen Sieges entweder Russlands oder der USA, das den gesamten Planeten betreffen wird. Ishchenko bietet einen hervorragenden Überblick über die Risiken und Optionen beider Seiten und bietet den ersten umfassenden “Schlüssel” zu dem scheinbar unverständlichen Verhalten Russlands in diesem Konflikt. Schließlich versteht Ishchenko auch voll die komplexe und subtile Dynamik in der russischen Gesellschaft. Wenn er schreibt “russische Macht ist autoritativ und nicht autoritär” trifft er ins Schwarze und erklärt in sieben Worten mehr als das, was Sie durch das Lesen der Milliarden unnützer Worte erreichen könten, mit denen sogenannte “Experten” versuchen, die russische Realität zu beschreiben.

Wir alle schulden Denis, Gideon und Robin immensen Dank dafür, dass sie diesen bedeutenden Text übersetzt haben, was _sehr_ schwer war. Der einzige Grund, warum wir ihn in so guter Ausführung lesen können ist, dass diese Freiwilligen zahlreiche Stunden damit verbracht haben, um eine so hochwertige Übersetzung zu schaffen, wie sie diese Analyse auch verdient.

Ich empfehle eindringlich, dass Ihr alle diesen Text aufmerksam lest. Zwei mal. Er ist es wert.

Der Saker

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was will Putin?

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von Rostislav Ishchenko

Quelle: actualcomment.ru

aus dem Russischen übersetzt von Denis, Gideon und Robin

Es ist erfreulich, dass die “Patrioten” das Versagen, den ukrainischen Truppen im Donbass im Januar und Februar eine vollständige Niederlage zuzufügen oder die Moskauer Konsultationen mit Merkel und Hollande nicht gleich Putin als Schuld anlasteten.

Dennoch erwarten sie immer noch ungeduldig einen Sieg. Die Radikalsten sind davon überzeugt, dass Putin NovoRossija sowieso aufgeben wird. Und die Moderaten fürchten, dass er das tun wird, sowie der nächste Waffenstillstand unterzeichnet ist (falls das passiert), weil er die Armee NovoRossijas umstellen und ausstatten muss (was man übrigens gekonnt hätte ohne die Kämpfe einzustellen), um sich auf die Umstände an der internationalen Front einzustellen und um sich auf neue diplomatische Schlachten vorzubereiten.

Tatsächlich ist die Situation im Donbass und in der Ukraine trotz all der Aufmerksamkeit der politischen und/oder militärischen Dilletanten (den Talleyrands und Bonapartes im Internet) lediglich ein Abschnitt der globalen Front; das Ergebnis dieses Krieges wird nicht am Donetzker Flughafen oder auf den Hügeln ausserhalb von Debaltsevo entschieden, sondern in den Büros der Präsidialverwaltung und des Aussenministeriums in Moskau sowie in Büros in Paris, Brüssel und Berlin. Denn militärische Aktionen sind nur eine der vielen Komponenten dieser politischen Auseinandersetzung.

Es ist die gröbste und letzte Komponente, die großes Risiko in sich birgt, aber die Angelegenheit beginnt nicht mit Krieg und sie endet nicht mit Krieg. Krieg ist nur ein Zwischenschritt, der die Unmöglichkeit eines Kompromisses aufzeigt. Sein Zweck ist es, neue Bedingungen zu schaffen, wodurch ein Kompromiss möglich wird oder um zu zeigen, dass nicht länger eine Notwendigkeit besteht, weil eine Seite des Konflikts nicht mehr existiert. Wenn es an der Zeit für einen Kompromiss ist, wenn die Kämpfe vorbei sind und die Truppen in ihre Kasernen zurückkehren und die Generäle beginnen, ihre Memoiren zu schreiben und sich auf den nächsten Krieg vorzubereiten, dann wird das wirkliche Ergebnis der Konfrontation festgestellt durch Politiker und Diplomaten am Verhandlungstisch.

Politische Entscheidungen werden nicht immer verstanden von der Bevölkerung und dem Militär. Zum Beispiel verwarf der preussische Kanzler Otto von Bismarck (später der Reichskanzler) im österreichisch-preussischen Krieg von 1886 die wiederholten Anfragen von König Wilhelm I (künftiger Kaiser) und die Forderungen der preussischen Generäle, Wien einzunehmen und er lag absolut richtig damit. Auf diese Weise beschleunigte er einen Frieden zu preussischen Bedingungen und stellte zugleich sicher, dass Österreich-Ungarn für immer (nun ja, bis zu seiner Auflösung 1918) ein Juniorpartner Preussens und später des deutschen Kaiserreichs sein würde.

Um zu verstehen, wie, wann und unter welchen Bedingungen militärische Aktionen enden können, müssen wir wissen, was die Politiker wollen und wie sie die Vorausetzungen für einen Kompromiss nach dem Krieg betrachten. Dann wird klar, warum militärische Aktionen in einen Bürgerkrieg niedriger Intensität mit gelegentlichen Waffenstillständen mündeten, nicht nur in der Ukraine sondern auch in Syrien.

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jo on Juli 26th, 2014

Medien als Kriegsverbecher

PUTIN PARIAH

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bitte denk mal drüber nach..:

DailyExpress Boykott Deutsche Produkte 1933

(zum Vergrößern anklicken)

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Wahrheit macht (auch Russland) frei!

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vielleicht zur Abrundung und besserem Verständnis noch ein Bildhinweis:

muammar_al-gaddafi1

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gaddafi sitin

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jo on Februar 11th, 2014

Ukraineerschienen bei russland.ru

Danke an André

… Mehr noch, Klitschko rief selbst ausdrücklich dazu auf, überall im Lande Bürgerwehren zu bilden.

Hört man die Vertreter und Vertreterinnen der Europäischen Union, insbesondere Deutschlands wie auch die der übrigen „freien Welt“, wie sie in besonders deutlicher Form auch auf der soeben durchgeführten Münchner Sicherheitskonferenz zu vernehmen waren, dann geht es in der Ukraine darum, ein „Regime“ zurückzukämpfen, das den Menschen der Ukraine durch seine Weigerung, sich der EU per Assoziierungsvertrag anzuschließen, den Weg zu Wohlstand und Freiheit und überhaupt in die „Moderne“  versperre und sie der Herrschaft eines neo-imperialen autoritären Russland unterwerfen wolle. Zur Durchführung der „demokratischen Transformation“ der Ukraine hält man es für gerechtfertigt, direkt in die laufenden Konflikte des Landes mit dem Ziel einzugreifen, den gewählten Präsidenten und seine Regierung zu stürzen – dabei reicht das Eingreifen vom Aufbauen eines Kandidaten Klitschko über direkte Teilnahme von eigenen Regierungsvertretern an den Protesten bis hin zu Gesprächen mit den Nationalisten um Tiagnibog.  Das ist imperiale Interventionspolitik pur. Sie unterscheidet sich von  den bekannten US-Interventionen allein dadurch, dass sie nicht gegen erklärte „Schurkenstaaten“ irgendwo auf dem weiten Globus von den USA, sondern im Bereich eurasischer Bündnispolitik und dort von einer sich neo-imperial gebärdenden EU durchgeführt wird. Dass die EU-Vertreter/innen dabei als ungeschickt vom großen US-Bruder gerügt werden, ist eine kleine Perversität am Rande.

Glaubt man der russischen Politik,  dann geht es um die Sicherung des eurasischen Friedens, genauer, dann geht es darum, ein friedliches Miteinander von Europäischer Union und Eurasischer Union zu ermöglichen und dabei einen Integrationswettlauf zu vermeiden. Eine Ukraine, die sich in einem von Lissabon bis Wladiwostok reichenden Freihandelsraum nach ihren eigenen Interessen frei verbinde, sei dafür die unerlässliche Voraussetzung, erklärte der russische Außenminister Lawrow auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Einiges spricht dafür, dass Russland aus einer solchen defensiven Perspektive heraus handelt. Anders machen die bedingungslosen Kreditzusagen und übrigen  Hilfsangebote an die Ukraine für Russland keinen Sinn. Russland, selbst noch Transformationsland, kann sich, will es sich als Großmacht behaupten – und das will es, chaotische, gar revolutionäre Entwicklungen in einem Land, mit dem es trotz dessen Unabhängigkeit so eng verbunden ist wie mit der Ukraine, nicht erlauben. Andererseits ist die Abhängigkeit der Ukraine von offenen Grenzen zu Russland und damit von Russlands Vormacht im Eurasischen Raum nicht zu übersehen. Faktisch verhindert die Tatsache, dass Russlands sich von direkten Interventionen zurückhält, natürlich nicht, dass die Ukraine zwischen Eurasischer und Europäischer Union als umstrittener Integrationsraum unter Druck steht, auch von russischer Seite.

Zum Integrationskonflikt zwischen EU&EU kommt schließlich noch das neu zu beobachtende Interesse Chinas an der Entwicklung einer „Neuen Seidenstraße“ hinzu, die in die Ukraine und von dort in die Europäische Union hineinführen soll.

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Anmerkung: der Ukraine-Plot läuft streng nach Hegel. These: EU, Antithese: Russland, Synthese: bisher noch frei belegbar, – „Assoziierung, Blutbad, Bürgerkrieg,  …. Spaltung, Teilung, Zerstörung“. Zumindest Spaltung sollte es schon noch werden, denkt der Westen, der Osten möchte seinen geschlossenen Handelsraum von Asien bis zur heutigen Westgrenze der Ukraine behalten. Da gehts um wichtigste Einflussgrenzen, langfristige Einflussgrenzen, keine Flurbereinigung. Bisher konnten internationale Heuschrecken noch kein Land in der Ukraine kaufen, keine Immobilien-Rechte erwerben, nicht einblasen. Dabei haben die Hedgefonds das Spekulationsgeld-Geld schon in der Hand und speicheln vor Gier im Kasino Grande. Alt-Europa ist abgeweidet wie Südamerika auch! Plantagen sind in Betrieb. Asien brennt noch nicht! Doch solange die soliden Leute unter den Ukrainern die Demo-Sponsor-Gelder nur brav einstecken und friedlich weiter demonstrieren, kann dieses Sponsoring vielleicht für eine echte Volksbesinnung mit dazugehöriger Veränderung sorgen. Wunder geschehen…, wer weiss? Die falschen Profeten, die Aufstachler in der Ukraine verlieren ungeduldig die Nerven und zeigen der Menge ihr Gesicht… werden von der Menge erkannt und dauerhaft taxiert. Ändern wird sich aber schon etwas müssen in der Ukraine, sonst gäbe es keine Bewegung. Zu Jakunowitsch: sollte sein Amt nach der Krise überdenken, demokratisch übergeben und sich z.B. strafrechtlich amnestiert zurückziehen dürfen. Krisenmanagement hat er bisher gut gemacht, Blutbad vermieden, mit China Geschäfte gemacht. Aber er ist kein vom Volk verehrter Führer – und genau den bräuchte die Ukraine jetzt und heute. Eine integre Zentralfigur auf dem Weg in gute wirtschaftliche Zukunft für alle, jenseits von Blockdenken und Parteilichkeit am Volkswohl orientiert. Dann wäre das Ergebnis Stärkung und Gesundung statt Spaltung und Verfall… bei gleichem Ausgangsmaterial +1.

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Russischer Bär - Foto: Wikipedia

Russischer Bär – Foto: Wikipedia

erschienen bei Russland.ru – Danke an André

von Roland Bathon

Die deutsche Mainstreampresse ist wieder mal kreativ und hat eine neue Möglichkeit gefunden, Russlandexperten, die auf Wandel durch Annährung statt auf Ausgrenzung von Russland setzen, billig abzuqualifizieren. Denn solche Experten können für die ARD und Co. ja keine richtigen Experten sein. Sie sind “Russlandversteher”.

 

Gebraucht wird der Begriff, den es so bis vor kurzem gar nicht gab und der es auch noch nicht in den Duden geschafft hat, inzwischen unter Mainstream-Journalisten wie selbstverständlich. Wer Russland gegenüber nach Meinung des Meinungsmachers zu unkritisch ist, wie Alexander Rahr oder Gernot Erler, dessen Qualifikation und Erfahrung man aber nicht direkt in Zweifel ziehen kann, kann man mit dem neuen Unwort “Russlandversteher” sehr einfach dennoch einen passenden Stempel verpassen.

Denn was die Wortschöpfung automatisch implizieren soll, ist klar. Hergeleitet ist der Begriff vom “Frauenversteher”, der es 2009 in den Duden geschafft hat, als “scherzhafte oder ironische Bezeichnung für einen Mann, der sich Frauen gegenüber als sehr einfühlsam oder verständnisvoll gibt” (Zitat Duden). Ein anderes Onlinewörterbuch wird noch deutlicher: “Jemand, der meint, er verstehe die Frauen besonders gut. Er meint es aber nur, in Wirklichkeit hat er keine Schnitte bei Frauen.”

Was dann ein Russlandversteher sein soll, ist völlig klar. Es ist nicht etwa jemand, der Russland fachkundig und kompetent gegenüber steht, sondern blauäugig und von niemandem ernst genommen werden sollte, weder von der russischen, noch von der deutschen Seite und schon gar nicht von Journalisten großer deutscher gebührenfinanzierter Medienanstalten. Da er – nach deren Meinung – alles in Russland nur durch seine “rosa Brille” sieht. Angesichts der Tatsache, dass es sich den “Russlandverstehern” meist um Leute mit jahrelanger Russlanderfahrung handelt, scheinen in der dortigen Luft Halluzinogene Drogen zu sein, die diesen rosaroten Blickwinkel produzieren. So werden mit einem Wort aus Personen, deren landeskundliche und politische Kenntnis Russlands die des durchschnittlichen Russland-Schreiberlings bei deutschen Auftraggebern bei weitem übersteigt, zu belächelten Witzfiguren. Belächelt von Menschen, deren Russlandkenntnisse sich häufig auf einzelne Moskauaufenthalte im dortigen Deutschenviertel beschränken. Wenn sie überhaupt real vorhanden sind.

So wie in einer neuen Analyse der ARD namens “Zar-Attitüde und KGB-Methoden” (ein treffende Zusammenfassung der “Russlandanalysen” aus diesem Hause), die “Russlandversteher” und Russlandkritiker einander gebenüber stellt. Das Ergebnis steht schon vorab fest. Es geht nicht um die objektive Darstellung eines Diskurses, sondern um eine umfangreiche “Entlarvung” der Blauäugigkeit der “Versteher”, die sich nur dadurch retten können, wenn sie auch Kritik äußern, wenigstens an Putin.

Nicht hinterfragt werden natürlich bei der ARD oder ähnlichen Anstalten die Stereotypen der “Kritiker”, ihre Selbstgerechtigkeit und ihre Oberlehrer-Mentalität. Ob die ausgrenzenden Vorstellungen radikaler Russlandkritiker zur Änderung dortiger Verhältnisse wirklich effektiv sind oder ob die rein negative Sicht aller Dinge in Russland richtig ist, ebenfalls nicht. Oder gar, warum sich unter den “Verstehern” so viele Leute mit fundierter Russlandkompetenz befinden. Was wiederum Russlandkritiker im Kopf haben wird als richtig unterstellt, sie sind Helden, Vorkämpfer der Menschenrechte. So schauen aktuell gebührenfinanzierte Russlandanalysen aus. Wer Russland versucht zu verstehen, ist nicht ernst zu nehmen. Ernst zu nehmen ist nur nachplappern von im Westen selbst gebrautem Halbwissen, das sich konform zur eigenen Weltsicht verhält. All das mit dem höheren Ziel der Bekehrung der Menschheit von der eigenen, immer richtigen Meinung.

Seien wir ehrlich.  Wollte man eine solche Analyse in der anderen Richtung gleich  gestalten, könnte man auch Russlandexperten Russlandhassern gegenüber stellen und hätte genug Argumente dafür. Es wäre ein leichtes und nicht einseitiger als Analysen und das Russlandbild der deutschen großen Sendeanstalten. Wie tief ist das Niveau der einstmals von Kapazitäten wie Gabriele Krone-Schmaltz geleiteten Berichterstattung der ARD aus Moskau gesunken? Oh, hoppla. Das ist ja keine Kapazität, nur weil sie viele Jahre dort gelebt und sich über Jahrzehnte intensiv mit diesem Land beschäftigt hat. Sie ist ja nur eine “Russlandversteherin”.

Quelle: Russland.ru

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jo on Januar 20th, 2014

erschienen bei chartophyleikon tou polemou


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Nein, das ist kein Vorort von Damaskus. Es ist nicht Aleppo, nicht Adra, nicht Deiz ez-Zor. Aber es ist ein Ort in einer Gegend, aus der die “Schischani” unter anderem auch nach Syrien gehen: die Aufnahmen zeigen einen Anti-Terror-Einsatz in einem Vorort von Machatschkala im Nordkaukasus.

Die gerade dort laufenden Maßnahmen haben alle Anzeichen eines Pflückens reifer Früchte. Abgesehen von der Aufnahme oben (7 liquidierte Terroristen) laufen in Russland fast jeden Tag weitere Anti-Terror-Einsätze. Ramsan Kadyrow meldet den x-ten Tod von Doku Umarov. Eine gewisse gründliche Vorbereitung der Olympiade sozusagen.

Jedenfalls äußerlich. Dass solche Zellen von manchem Amtsträger vor Ort begünstigt werden ist auch ein offenes Geheimnis. Welche Gründe diese jeweils haben ist gar nicht so wichtig; es gibt viele, und die meisten sind rationell und nicht ideologisch. Deswegen wären wirksame Anti-Terror-Maßnahmen durchaus in der Etage regionaler Eliten fortzuführen.

Im Nordkaukasus begann noch zu Sowjetzeiten ein allmählicher Zerfall der traditionellen Stammes- und Clanstruktur in Richtung anonymer, “urbanisierter” Moderne. Zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der UdSSR war der Übergang lange nicht abgeschlossen. Eine recht gefährliche Lage, die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion nur verschärft wurde.

Quelle: chartophyleikon tou polemou

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jo on Januar 8th, 2014

russia userschienen bei chartophyleikon tou polemou

Wäre da nicht das “Weihnachtsgeschenk” der alles übertönenden Terroranschläge in Wolgograd, könnte man sich ganz einfach mit einer Aufzählung der schönen Dinge und verdienten Erfolge Russlands auf außenpolitischem Terrain begnügen. Leider sind diese aber nur wenig durch Fortschritte im Lande selbst gesichert.

Dieses Fehlen von erkennbaren und ernstzunehmenden Fortschritten in der Innenpolitik macht die außenpolitischen Erfolge in vielerlei Hinsicht zunichte. Diese Schieflage ist allzu offensichtlich, und, offen gesagt, sogar gefährlich. Ein Sieg, dessen Früchte man nicht genießen kann, macht wenig Sinn.

Möchte man für Russland eine Bilanz der Erfolge und Misserfolge im Jahr 2013 ziehen, muss man genau aus diesem Grund besonders vorsichtig mit seinen Bewertungen sein. Die besorgniserregende wirtschaftliche Situation, welche die Regierung eingestehen musste, nivelliert die nicht abzusprechenden Durchbrüche unseres Landes in der Nahostpolitik.

Den Rückzug der USA aus der Nahost-Region darf man nicht als vollendete Tatsache ansehen – bisher gibt es zum Ausklang des Jahres 2013 und zu Beginn 2014 nur eine offensichtliche Tendenz Obamas zur Umverteilung der eigenen Ressourcen in eine für die USA viel gefährlichere Richtung: die Asiatisch-Pazifische Region. Allerdings werden seine Möglichkeiten durch den harten Widerstand der politischen Kräfte innerhalb der USA selbst eingeschränkt. Eine bestimmte Korrektur der Pläne Obamas ist daher nicht nur wahrscheinlich, sondern wird sogar unumgänglich sein.

Deadline bis zum Supermachtstatus Chinas

Während dessen verfolgt China seine Politik wesentlich hartnäckiger, als es dies noch vor einigen Jahren getan hat. Diese Hartnäckigkeit sieht zwar nach traditionellem chinesischem Gebahren, in der Art der bekannten “allerletzten chinesischen Warnungen”, aus. Aber schon kurz darauf hatten die Chinesen nach ihrer symbolhaften Errichtung einer alle aufschreckenden neuen Militärzone sogleich den demonstrativen Überflug des Gebietes durch US-amerikanische Militärflugzeuge zu ertragen. Nichtsdestotrotz sind die auf dem 18. Parteitag der KP Chinas getroffenen Entscheidungen für die USA äußerst unangenehm. Hierdurch entstand eine Quasi-Deadline, bei der China nach Ablauf einer gewissen Frist eine nicht rückgängig zu machende Situation schaffen kann, in der entweder das Ende der globalen Dominanz der USA besiegelt oder ein direkter Konflikt mit katastrophalen Folgen für alle Beteiligten kommen wird.

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