NTC-Terror

jo on November 15th, 2012

von John Schacher

In Banid Walid glimmen noch die Fundamente der verbrannten Häuser, die Erde der Gräber setzt sich gerade, doch auf der Londoner-Tourismus-Messe wird von freundlichen Ratten der NTC-Tourismusbehörde “garantiert”, daß Libyens Besucher sicherer als London seien…

Genauen Fragen zu Bani Walid weichen die Geografie-Werber in London man aus bzw. man stellt sich gar so dumm, die Warfalla-Stadt gar nicht zu kennen, es ist eine bezeichnende Situation für diese Zeiten:


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Bei Leonor liest man vom letzten Samstag, dass in Bani Walid von allen Seiten ein großes Söldner-Mischheer eingedrungen ist, das in großem Stil von Haus zu Haus geht, die Leute verhaftet bzw. erschiesst und danach die Häuser systematisch abbrennt. Sogar Bombardierungen sollen weiterhin stattfinden.

 

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jo on Oktober 20th, 2012

Continue reading about Libyen: Bani Walid am 19.10.2012 (18+!!)

jo on Oktober 13th, 2012

3 Kinderopfer in Bani Walid, nachdem eine Rakete in ein Wohnhaus im Stadtzentrum eingeschlagen war

 

von John Schacher

Die nach Libyen eingedrungenen Agressoren sind mittlerweile bis in die Regierungsebenen vorge-drungen und versuchen den Warfalla-Stamm komplett auszu-löschen. Die NATO/AlQaeda-Söldner sollen Bani Walid bombardieren und angreifen. Die Anführer der Misrata-Horden versprechen den Söldnern augenblicklich sogar, daß sie – wenn es ihnen gelänge in die Stadt einzudringen –  alle Autos, Gold, Geld und alles was sie ihnen in die Hände fallen sollte, als Beute behalten können. Zusätzlich zu den 8.000 LYD, die jeder für die Teilnahme an der Aktion erhalten hat. Beweise hierfür konnten auf Tonband gesichert werden.

Bewaffnete Gruppen dieser “Regierung mit doppelter Nationalität” werden beschuldigt, am Mittwoch, den 8.Oktober 2012 in Bir Dufan bei Bani Walid Giftgas (Sarin) verwendet zu haben.

Am heutigen Samstag werden weitere harte Angriffe der bewaffneten internationalen Gruppen erwartet, nachdem die Verlegung weiterer Panzerkolonnen und schwerer Artillerie von Misrata vor Bani Walid beobachtet wurde. Gott möge Libyen und den Libyer(innen) beistehen.


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Die Söldnerbanden haben bei einem Rückzug von Bani Walid Ausrüstungsgegenstände zurückgelassen, die von den Einwohnern beim Durchsuchen der Umgebung aufgefunden wurden. Darunter befanden sich Anti-Gas-Masken, ein weiterer Hinweis darauf, daß tatsächlich Sarin-Gas in einem Wohngebiet der Stadt angewendet wurde (Video).

Früher am heutigen Tag wurde einer Gesandschaft aus dem Osten Libyens der Zutritt nach Bani Walid verwehrt.
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“Wir verliessen Tripolis gegen 10 Uhr mit einem Brief der Regierung Magarief”, berichtet Jmail Sharif, einer der Delegierten.
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 “Wir passierten den Checkpoint bei Tarhuna und trafen auf einen zweiten Checkpoint, den wir nicht passieren durften. Männer aus Misrata traten uns in Zivilkleidern entgegen und feuerten in die Luft.”
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Die Misrata-Leute weigerten sich die Autorität der Regierung, repräsentiert durch den Brief von Magarief, anzuerkennen und erklärten sie als unzureichend, um der Delegation Durchlass zu gewähren.
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“Sie erklärten, nur Befehlen ihrer direkten Vorgesetzten zu gehorchen und darüber hinaus, der seit Monaten laufenden Verhandlungen überdrüssig zu sein”.

eine Gesandschaft libyscher Stammesältester erreichte Bani Walid

Ein weiter am Lynchmord an Muammar al-Quadhafi beteiligter NATO/NTC-Söldner wurde bei einem Angriff auf Bani Walid von den Geschossen der Verteidiger getroffen und schwer verletzt. Der Jude Almzrati, Kommandant der “Legión Saraya al Fahat” des “Batallions Tiger” aus Misrata erhielt eine Maschinenpistolenkugel ins Gehirn. Er wurde nach Tunis zur Behandlung gebracht und und befindet sich in kritischem Zustand. Wieder einer der Mittäter und Zeugen des Mordes am libyschen Führer, den sein Schicksal eingeholt hat.

Hier noch die Kopie eines Feuerbefehls der libyschen Regierung doppelter Nationalität gegen friedliche Demonstranten in Benghazi (Vergrößerung klicken): Hier die Kopie eines Feuerbefehls der libyschen Regierung doppelter Nationalität gegen friedliche Demonstranten in Benghazi (Vergrößerung klicken).

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jo on August 12th, 2012

von John Schacher

Mehr Wahrheiten über die imperialistische Agression gegen Libyen: Obama, Camerón, Sarkozy und Konsorten boten dem libyschen Führer Muammar al Quadhafi 10 Milliarden Dollar für seinen Rückzug von der Regierung sowie einen Zufluchtsort im Norden der Türkei. Er hätte mit Gefolgsleuten seiner Wahl gehen können und für die Sicherheit wäre garantiert worden. “Brother Leader” Quadhafi wies dies entschlossen zurück und antwortete, dass er Libyen nicht verlassen und bis zum letzten Blutstropfen verteidigen würde.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind etwas zwei Millionen Libyer aus ihrem Heimatland geflüchtet, um nicht von den Agressoren ermordet zu werden:
  • Tunesien: etwa 600.000 libysche Flüchtlinge
  • Ägypten: etwa 1.200.000 libysche Flüchtlinge
  • Algerien: etwa 60.000 libysche Flüchtlinge
  • Niger: etwa 60.000 libysche Flüchtlinge
Weitere libysche Flüchtlinge befinden sich in anderen Ländern von Europa, Südamerika und Afrika.
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Kufra: am Donnerstag kam es zu schweren Gefechten, resultierend in 14 toten NATO-NTC-Söldnern und etwa 20 verletzten Zivilisten.
Aktuell bewegen sich “Söldner-Rebellen” des Batallions “17. Februar” in  Richtung der Stadt Kufra, um dem NATO-NTC-Heer zur Hilfe zu kommen.
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Tarhouna: “Rebellen” des NATO-NTC zerstörten die Trafostation der Straße Salam Tarhouna, was einen Stromausfall für die ganze Region zur Folge hatte.
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Östliches Libyen: Stromausfall in Ostlibyen, das ganze Netz von Brega bis Tobruk fiel über mehr als 12 Stunden aus…
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Offener Raub, während die Menschen vor Hunger sterben: die “Bank für wirtschaftliche Entwicklung” in Libyen akzeptiert das Angebot der katarischen Nationalbank über den Kauf von 49% ihrer Aktien gegen einen Betrag von 170 Millionen Dinar. Die Libyer sind darüber sehr verärgert und wünschen sich immer vernehmlicher die Rückkehr zur Jamahiriya.
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Karimiya: Ein Großbrand in der Gegend von Karimiya vernichtete ein Öllager der nationalen Ölgesellschaft.
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Benghazi: einer der Kommandanten des NATO-NTC-“Rebellen”-Heeres von 2011, General Mohammed Hediya, wurde ermordet. Erst 24 Stunden vorher hatten die Mafiosos des NTC die Macht an eine andere Mafiabande übergeben.
Verwundete “Rebellen”-Terroristen, welche erst die NATO hereingerufen und dann Libyen zerstört und den Führer ermordet hatten, sitzen jetzt seit 2 Tagen vor dem Eingang des Tibesti-Hotels und demonstrieren.
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Eine Versammlung unter dem Vorsitz des Verräters Mustafa Abdul Jalil, dem Beisitz verschiedener Verräter aus der Stadt Tarhouna und dem lokalen Rat von Tarhouna endete mit dem Beschluss, der Al-Qaeda mit der Hilfe von Misrata-Truppen den Eintritt nach Bani Walid zu öffnen. Dazu wurden mehr als 100 Fahrzeuge bereitgestellt.
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Tripolis: die unschuldigen Gefangenen im Ain Zara-Gefängnis haben bei einem Fluchtversuch die Wachen mit Maschinenpistolen angegriffen. Das Gefängnis brennt und ist derzeit umzingelt. Unter den Gefangenen sind leider sehr viele Tote und Verwundete zu beklagen.

Ein junger Libyer vom Warfalla-Stamm wurde von den Söldner-“Rebellen”  des Batallion “28. Mai” ermordet. Hintergrund war der Diebstahl seines Autos.
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die herausgeworfene Abgeordnete Elmesallati

Demokratie in Libyen: eine unverschleierte Frau hat im Parlament zu Protesten geführt, was in ihrem Hinauswurf bei der Machtübergabe gipfelte. Frauenrechte ade´.

Ein Gruppe bewaffneter Männer versuchten den Journalisten und Direktor der Zeitung Korina, Mesbah Awami Dohra, in der Region Trípolis zu entführen. Durch die Hilfe junger Leute der Gegend, die ihm zur Flucht verhalfen, konnte dies gottlob verhindert werden.
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Souk Jomoa: Gestern wurde das Haus der Verräters und “Rebellenführers” Tahar verbrannt.
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Die Banditen des NATO-NTC versuchen ihr Gesicht vom Genozid reinzuwaschen: Mohammed Magarief wurde als neuer Präsident von Libyen eingesetzt. Dieser feige Verräter war über 20 Jahre lang im US-Exil. Man geht davon aus, dass die CIA seine Ernennung bei der fanatischen Muslimbruderschaft durchgesetzt hat.
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Das Ministerium für höhere Bildung des NTC hat nur die Entsendung weniger Studenten ins Ausland genehmigt, für deren Ausbildung der Staat aufkommt. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Kinder von NTC-Mitgliedern wie die Tochter der Bildungsministerin, die nach den USA geschickt wird, die Tochter von General Khalifa (nach USA) sowie die Tochter von Mahmud Jibril, die nach Deutschland gehen wird.
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Der Journalist und Verräter Suleiman Douga, der die Quadhafi-Familie schwer betrogen und an der Verschwörung gegen die Jamhiriya teilgenommen hatte, hat aktuell die Auswahl der Botschafter und Konsule Libyens sowie die Auswahl der Auslandsstudenten scharf kritisiert. Er äusserte dies auf seiner Facebook-Seite als gravierende Mißstände und hat damit zumindest das “Image des NTC” ins rechte Licht gerückt.
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ermordeter Pilot: Hamza Saleh Almismari

Der libysche Pilot Hamza Saleh ist von eine Bande “Rebellen” in Tripolis entführt, gefoltert und schließlich vor seiner Familie ermordet worden. Danach wurde noch sein Bruder Ibrahim entführt. Die Motive sind unbekannt (Drogenschmuggel?)

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Mit schweren Waffen ausgestattete “Rebellen” versperren wieder einmal die Strasse zum internationalen Flughafen. Vorher hatten sie in Souk Jomoa ein Mitglied einer Warfalla-Familie entführt, nachdem sie zuerst einen 70jährigen Vater, seine 65jährige Frau, deren Sohn getötet und eine Enkelin verletzt hatten.
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Spanien-Libyen: die spanische Regierung setzte dem NATO-NTC ein Ultimatum bis zum 14. August, um alle Hotels von verletzten Libyern zu räumen, da die Rechnungen nicht beglichen worden sind. Zur Erinnerung: bereits vor einem Monat war die Betreuung der Intensivfälle ausgesetzt worden.
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Jadida: der Terrorist Walid Souissi wurde vom Grünen Widerstand in Jadida getötet.
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Zawia: in der Stadt wurde eine Frau von einem in ihr Haus einschlagenden Sprengkörper getötet, der sogar ihr vor dem Haus geparktes Auto völlig zerstörte.
Kampfflugzeuge überfliegen derzeit die Ölplattform.
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Quelle: libia-sos

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erschienen bei einartysken - Danke an Steffen

von Dan Glazebrook

Übersetzung Susanne Schuster

Für eine Vision Afrikas unter der Führung von AFRICOM muss man nicht weiter blicken als Libyen, der afrikanische Modellstaat der NATO: verurteilt zu jahrzehntelanger Gewalt und Trauma durch militärischen Kolonialismus.

 Mit jedem Tag der vergeht, wird das Ausmaß der laufenden Tragödie in Libyen, verursacht von der NATO und ihren Alliierten, immer klarer – auf erschreckende Weise. Die geschätzte Zahl der Getöteten schwankt, doch 50.000 scheint im niedrigen Bereich zu liegen. Das britische Verteidigungsministerium prahlte schon im Mai 2011, dass der Angriff 35.000 Menschen getötet hätte, doch diese Zahl steigt ständig. (Anmerkung: konservative Schätzungen bewegten sich gegen Ende des Krieges bei mind. 100.000 Toten, seitdem wird zurückgerechnet…)
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Die Vernichtung der staatlichen Streitkräfte durch einen von britischen, französischen und US-amerikanischen Streitkräften geführten Blitzkrieg hat das Land in einem Zustand totaler Anarchie hinterlassen – im schlimmsten buchstäblichen Sinn. Die früheren ‚Rebellen’ kämpfen nun gegeneinander, denn sie verband sonst nichts als eine vorübergehende Bereitschaft, als Fußsoldaten für die NATO zu agieren. In einer einzigen Woche in diesem Jahr wurden 147 von ihnen bei internen Kämpfen im Süden Libyens getötet. Und in den vergangenen Wochen gerieten Regierungsgebäude – einschließlich die Räumlichkeiten des Premierministers – unter Beschuss von ‚Rebellen’, die für ihre Dienstleistungen Bargeld verlangten. Bisher wurden schon 1,4 Milliarden US-Dollar ausgezahlt – was erneut beweist, dass die Kräfte der NATO-Kolonisation und nicht Gaddafi von ‚Söldnern’ abhängig waren – doch die Zahlungen wurden letzten Monat aufgrund weitverbreiteter Vetternwirtschaft ausgesetzt. Die Korruption wird langsam endemisch – ein zusätzlicher Betrag von 2,5 Milliarden US-Dollar an Öleinnahmen, der an das Finanzministerium hätte überwiesen werden sollen, bleibt verschwunden.
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Libyens Ressourcen werden nun von den Ölkonzernen und einer Handvoll auserwählter Familien aus der neuen Elite des Landes geplündert, ein klassisches neokoloniales Ränkespiel. Der Einsatz dieser Ressourcen in gigantischen Infrastrukturprojekten wie der große menschengemachte Fluss (Great Manmade River) und die massive Anhebung der Lebensstandards in den letzten vier Jahrzehnten (seit Gaddafis Machtübernahme 1969 stieg die Lebenserwartung in Libyen von 51 auf 77 Jahre) scheint traurigerweise bereits der Vergangenheit anzugehören.
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Doch wehe dem, der dies jetzt erwähnt. Es wurde vor langem beschlossen, dass Unterstützer Gaddafis bei der Wahl nicht als Kandidaten antreten durften, doch die jüngsten Änderungen gehen sogar noch weiter. Die neue, von der NATO eingesetzte Regierung verabschiedete letzten Monat Gesetz 37. Damit wurde die ‚Glorifizierung’ der früheren Regierung oder ihres Führers strafbar gemacht und darauf steht die Höchststrafe: Lebenslänglich. Schließt dies auch eine beiläufige Bemerkung ein, dass die Dinge unter Gaddafi besser waren? Das Gesetz wurde schlauerweise so vage formuliert, dass es unterschiedlich ausgelegt werden kann. Es ist ein Rezept für institutionalisierte politische Verfolgung.
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Sogar noch bezeichnender für die Verachtung, die die neue Regierung dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit entgegenbringt – man erinnere sich: eine Regierung, die noch nicht einmal den Anschein demokratischer Legitimität erworben hat, und deren einzige Machtbasis die bewaffneten Kolonialmächte bilden – ist Gesetz 38. Dieses Gesetz garantiert nun rechtliche Immunität für alle, die ‚zwecks der Förderung oder des Schutzes der Revolution’ Verbrechen begangen haben. Diejenigen, die für die ethnische Säuberung Tawerghas verantwortlich sind – wie die selbsternannte ‚Brigade für die Eliminierung der Schwarzen’ – können ihre Jagd auf die Flüchtlinge der Stadt fortsetzen, im vollen Bewusstsein, dass sie das neue ‚Gesetz’ auf ihrer Seite wissen. Diejenigen, die für die Massaker in Sirte und andernorts verantwortlich sind, haben nichts zu befürchten. Diejenigen, die beim weitverbreiteten Foltern von Inhaftierten mitmachen, können ohne Konsequenzen weitermachen – solange es dem ‚Schutz der Revolution’ dient – d. h. der Aufrechterhaltung der aus der NATO und dem Nationalen Übergangsrat bestehenden Diktatur.
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Das ist die Realität des neuen Libyens: Bürgerkrieg, verschwendete Ressourcen und gesellschaftlicher Zusammenbruch; zu sagen, dass man die Tage lieber mochte, in denen es Libyen gut ging und Frieden herrschte, ist ein Verbrechen, doch Lynchmorde und Folter werden erlaubt, ja sogar gefördert.
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Überdies ist die Katastrophe nicht auf Libyen beschränkt geblieben. Die Destabilisierungskampagne hat bereits Mali erreicht und dort einen Staatsstreich ausgelöst. Eine große Zahl von Flüchtlingen – darunter vor allem Libyens zahlreiche schwarze Migranten – ist in die Nachbarländer geflohen, in einem verzweifelten Versuch, Luftangriffen und Lynchmobs zu entkommen, was die Ressourcensituation andernorts noch weiter verschärft. Viele libysche Kämpfer, nach getaner Arbeit in Libyen, sind nun von ihren imperialistischen Herren nach Syrien verschifft worden, um ihre sektiererische Gewalt dort zu verbreiten.
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Am besorgniserregendsten für den afrikanischen Kontinent ist aber das Voranschreiten von AFRICOM – das Einsatzkommando des US-Militärs für Afrika – im Zuge der Aggression gegen Libyen. Es ist kein Zufall, dass nach dem Fall von Tripolis kaum ein Monat verging – es war derselbe Monat, in dem Gaddafi ermordet wurde: Oktober 2011 -, als die US-Regierung die Entsendung von Soldaten in nicht weniger als vier afrikanische Länder ankündigte: die Zentralafrikanische Republik, Uganda, Südsudan und die Demokratische Republik Kongo. AFRICOM hat eine beispiellose Zahl von 14 wichtigen gemeinsamen Militärübungen in afrikanischen Ländern für 2012 angekündigt.
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Nichts von alledem ware möglich gewesen, als Gaddafi noch an der Macht war. Als Gründer der Afrikanischen Union, ihr größter Geldgeber und ehemaliger gewählter Vorsitzender übte er erheblichen Einfluss auf dem Kontinent aus. Es war zum Teil ihm zu verdanken, dass die US-Regierung gezwungen war, das Hauptquartier von AFRICOM bei seiner Gründung im Februar 2008 in Stuttgart anzusiedeln, statt in Afrika selbst: er bot afrikanischen Regierungen, die die Errichtung eines US-Militärstützpunktes ablehnten, Geld und Investitionen. Unter seiner Führung besaß Libyen schätzungsweise 150 Milliarden US-Dollar an Investitionen in Afrika und der Vorschlag Libyens, finanziell unterstützt mit 30 Millarden US-Dollar in bar, eine Entwicklungsbank der Afrikanischen Union einzurichten, hätte die finanzielle Abhängigkeit Afrikas vom Westen ernsthaft reduziert. Kurzum: Gaddafis Libyen stellte für AFRICOM das größte Hindernis dar für die Durchdringung des Kontinents.
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Nun, da er weg ist, intensiviert AFRICOM seine Arbeit. Die Invasionen in Irak und Afghanistan zeigten dem Westen, dass Kriege, in denen ihre eigenen Bürger sterben, unbeliebt sind. AFRICOM wurde geschaffen, um sicherzustellen, dass in den kommenden Kolonialkriegen gegen Afrika Afrikaner das Kämpfen und Sterben erledigen und nicht Bürger aus den westlichen Ländern. Die Kräfte der Afrikanischen Union sollen unter einer US-geführten Weisungskette in AFRICOM integriert werden. Gaddafi hätte das nie toleriert; deshalb musste er gehen.
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Für eine Vision Afrikas unter der Führung von AFRICOM muss man daher nicht weiter blicken als Libyen, der afrikanische Modellstaat der NATO: verurteilt zu jahrzehntelanger Gewalt und Trauma, und völlig unfähig, sein eigenes Volk zu versorgen, geschweige denn einen Beitrag zu regionaler oder afrikanischer Unabhängigkeit zu leisten. Der neue militärische Kolonialismus in Afrika darf nicht einen Zentimeter weiter voranschreiten.
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sehr schlechter Ton, aber für Hardcore-Supporter recht interessant:



YouTube Direkt

Continue reading about Libyen: junger Mann aus Sirte berichtet Morris über die Lage

jo on Juni 18th, 2012

von John Schacher

Im südwestlichen Libyen sind in den Orten Al-Chakika und Mizdah wieder Kämpfe ausgebrochen. Es wird berichtet, das auf beiden Seiten seit Donnerstag schwere Waffen zum Einsatz kommen.

Begonnen hatten die Auseinandersetzungen, als Zintan-Milizen mehrere “Quadhafi-Supporter” verhaften wollten, was von ihren Stammesangehörigen aber entschlossen verhindert wurde. Mehrere kulturelle Bauten, Schulen und etwa 40 Privathäuser wurden bisher zerstört. Sowohl die Elektroversorgung als auch Kommunikationsverbindungen sind seit Tagen unterbrochen. Der NTC hat den Westen Libyens nun zu einer Kriegszone erklärt.

Ein Komitee von Vermittlern aus den verschiedenen Stämmen versucht mit allen am Streit Beteiligten eine friedliche Lösung auszuhandeln. Eine ausführliche Bilderstrecke (18+) und Videos der Verletzten findet man bei libia-sos.blogspot.

Zwischenzeitlich haben tagelange Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen in der Region Jebel Nafusa 14 Tote und 89 Verletzte hinterlassen und 200 Familien in die Flucht getrieben. Die libyschen Behörden haben Einheiten der Armee entsandt, um in die Kämpfe einzugreifen.

Auch aus Al-Kufra werden weitere Kämpfe gemeldet. Ein Flugzeug, das Verwundete NTC-ler nach Benghazi ausfliegen sollte, wurde beim Start beschossen/abgeschossen.

In Benghazi zerstörte ein Großbrand die Kouskous-Fabrik in Kowefiya, was die große Lebensmittelnot im Land weiter erhöhen wird.

Fazit: Auffällig am derzeitigen Informationsfluss aus Libyen ist die immer härtere Stellungnahme gegen Zintan. Auch die Erklärung des Kriegsrechtes im Westen dürfte die Vorbereitung eines Vorgehens des NTC gegen die Zintan-Milizen bedeuten.

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