NTC-Terror
von John Schacher
In Banid Walid glimmen noch die Fundamente der verbrannten Häuser, die Erde der Gräber setzt sich gerade, doch auf der Londoner-Tourismus-Messe wird von freundlichen Ratten der NTC-Tourismusbehörde “garantiert”, daß Libyens Besucher sicherer als London seien…
Genauen Fragen zu Bani Walid weichen die Geografie-Werber in London man aus bzw. man stellt sich gar so dumm, die Warfalla-Stadt gar nicht zu kennen, es ist eine bezeichnende Situation für diese Zeiten:
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Bei Leonor liest man vom letzten Samstag, dass in Bani Walid von allen Seiten ein großes Söldner-Mischheer eingedrungen ist, das in großem Stil von Haus zu Haus geht, die Leute verhaftet bzw. erschiesst und danach die Häuser systematisch abbrennt. Sogar Bombardierungen sollen weiterhin stattfinden.
von John Schacher
Die nach Libyen eingedrungenen Agressoren sind mittlerweile bis in die Regierungsebenen vorge-drungen und versuchen den Warfalla-Stamm komplett auszu-löschen. Die NATO/AlQaeda-Söldner sollen Bani Walid bombardieren und angreifen. Die Anführer der Misrata-Horden versprechen den Söldnern augenblicklich sogar, daß sie – wenn es ihnen gelänge in die Stadt einzudringen - alle Autos, Gold, Geld und alles was sie ihnen in die Hände fallen sollte, als Beute behalten können. Zusätzlich zu den 8.000 LYD, die jeder für die Teilnahme an der Aktion erhalten hat. Beweise hierfür konnten auf Tonband gesichert werden.
Bewaffnete Gruppen dieser “Regierung mit doppelter Nationalität” werden beschuldigt, am Mittwoch, den 8.Oktober 2012 in Bir Dufan bei Bani Walid Giftgas (Sarin) verwendet zu haben.
Am heutigen Samstag werden weitere harte Angriffe der bewaffneten internationalen Gruppen erwartet, nachdem die Verlegung weiterer Panzerkolonnen und schwerer Artillerie von Misrata vor Bani Walid beobachtet wurde. Gott möge Libyen und den Libyer(innen) beistehen.
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Die Söldnerbanden haben bei einem Rückzug von Bani Walid Ausrüstungsgegenstände zurückgelassen, die von den Einwohnern beim Durchsuchen der Umgebung aufgefunden wurden. Darunter befanden sich Anti-Gas-Masken, ein weiterer Hinweis darauf, daß tatsächlich Sarin-Gas in einem Wohngebiet der Stadt angewendet wurde (Video).
Ein weiter am Lynchmord an Muammar al-Quadhafi beteiligter NATO/NTC-Söldner wurde bei einem Angriff auf Bani Walid von den Geschossen der Verteidiger getroffen und schwer verletzt. Der Jude Almzrati, Kommandant der “Legión Saraya al Fahat” des “Batallions Tiger” aus Misrata erhielt eine Maschinenpistolenkugel ins Gehirn. Er wurde nach Tunis zur Behandlung gebracht und und befindet sich in kritischem Zustand. Wieder einer der Mittäter und Zeugen des Mordes am libyschen Führer, den sein Schicksal eingeholt hat.
Hier noch die Kopie eines Feuerbefehls der libyschen Regierung doppelter Nationalität gegen friedliche Demonstranten in Benghazi (Vergrößerung klicken): Hier die Kopie eines Feuerbefehls der libyschen Regierung doppelter Nationalität gegen friedliche Demonstranten in Benghazi (Vergrößerung klicken).
Mehr Wahrheiten über die imperialistische Agression gegen Libyen: Obama, Camerón, Sarkozy und Konsorten boten dem libyschen Führer Muammar al Quadhafi 10 Milliarden Dollar für seinen Rückzug von der Regierung sowie einen Zufluchtsort im Norden der Türkei. Er hätte mit Gefolgsleuten seiner Wahl gehen können und für die Sicherheit wäre garantiert worden. “Brother Leader” Quadhafi wies dies entschlossen zurück und antwortete, dass er Libyen nicht verlassen und bis zum letzten Blutstropfen verteidigen würde.
- Tunesien: etwa 600.000 libysche Flüchtlinge
- Ägypten: etwa 1.200.000 libysche Flüchtlinge
- Algerien: etwa 60.000 libysche Flüchtlinge
- Niger: etwa 60.000 libysche Flüchtlinge
Demokratie in Libyen: eine unverschleierte Frau hat im Parlament zu Protesten geführt, was in ihrem Hinauswurf bei der Machtübergabe gipfelte. Frauenrechte ade´.
Der libysche Pilot Hamza Saleh ist von eine Bande “Rebellen” in Tripolis entführt, gefoltert und schließlich vor seiner Familie ermordet worden. Danach wurde noch sein Bruder Ibrahim entführt. Die Motive sind unbekannt (Drogenschmuggel?)
erschienen bei einartysken - Danke an Steffen
von Dan Glazebrook
Übersetzung Susanne Schuster
Für eine Vision Afrikas unter der Führung von AFRICOM muss man nicht weiter blicken als Libyen, der afrikanische Modellstaat der NATO: verurteilt zu jahrzehntelanger Gewalt und Trauma durch militärischen Kolonialismus.
Die Vernichtung der staatlichen Streitkräfte durch einen von britischen, französischen und US-amerikanischen Streitkräften geführten Blitzkrieg hat das Land in einem Zustand totaler Anarchie hinterlassen – im schlimmsten buchstäblichen Sinn. Die früheren ‚Rebellen’ kämpfen nun gegeneinander, denn sie verband sonst nichts als eine vorübergehende Bereitschaft, als Fußsoldaten für die NATO zu agieren. In einer einzigen Woche in diesem Jahr wurden 147 von ihnen bei internen Kämpfen im Süden Libyens getötet. Und in den vergangenen Wochen gerieten Regierungsgebäude – einschließlich die Räumlichkeiten des Premierministers – unter Beschuss von ‚Rebellen’, die für ihre Dienstleistungen Bargeld verlangten. Bisher wurden schon 1,4 Milliarden US-Dollar ausgezahlt – was erneut beweist, dass die Kräfte der NATO-Kolonisation und nicht Gaddafi von ‚Söldnern’ abhängig waren – doch die Zahlungen wurden letzten Monat aufgrund weitverbreiteter Vetternwirtschaft ausgesetzt. Die Korruption wird langsam endemisch – ein zusätzlicher Betrag von 2,5 Milliarden US-Dollar an Öleinnahmen, der an das Finanzministerium hätte überwiesen werden sollen, bleibt verschwunden.
Libyens Ressourcen werden nun von den Ölkonzernen und einer Handvoll auserwählter Familien aus der neuen Elite des Landes geplündert, ein klassisches neokoloniales Ränkespiel. Der Einsatz dieser Ressourcen in gigantischen Infrastrukturprojekten wie der große menschengemachte Fluss (Great Manmade River) und die massive Anhebung der Lebensstandards in den letzten vier Jahrzehnten (seit Gaddafis Machtübernahme 1969 stieg die Lebenserwartung in Libyen von 51 auf 77 Jahre) scheint traurigerweise bereits der Vergangenheit anzugehören.
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Doch wehe dem, der dies jetzt erwähnt. Es wurde vor langem beschlossen, dass Unterstützer Gaddafis bei der Wahl nicht als Kandidaten antreten durften, doch die jüngsten Änderungen gehen sogar noch weiter. Die neue, von der NATO eingesetzte Regierung verabschiedete letzten Monat Gesetz 37. Damit wurde die ‚Glorifizierung’ der früheren Regierung oder ihres Führers strafbar gemacht und darauf steht die Höchststrafe: Lebenslänglich. Schließt dies auch eine beiläufige Bemerkung ein, dass die Dinge unter Gaddafi besser waren? Das Gesetz wurde schlauerweise so vage formuliert, dass es unterschiedlich ausgelegt werden kann. Es ist ein Rezept für institutionalisierte politische Verfolgung.
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Das ist die Realität des neuen Libyens: Bürgerkrieg, verschwendete Ressourcen und gesellschaftlicher Zusammenbruch; zu sagen, dass man die Tage lieber mochte, in denen es Libyen gut ging und Frieden herrschte, ist ein Verbrechen, doch Lynchmorde und Folter werden erlaubt, ja sogar gefördert.
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Überdies ist die Katastrophe nicht auf Libyen beschränkt geblieben. Die Destabilisierungskampagne hat bereits Mali erreicht und dort einen Staatsstreich ausgelöst. Eine große Zahl von Flüchtlingen – darunter vor allem Libyens zahlreiche schwarze Migranten – ist in die Nachbarländer geflohen, in einem verzweifelten Versuch, Luftangriffen und Lynchmobs zu entkommen, was die Ressourcensituation andernorts noch weiter verschärft. Viele libysche Kämpfer, nach getaner Arbeit in Libyen, sind nun von ihren imperialistischen Herren nach Syrien verschifft worden, um ihre sektiererische Gewalt dort zu verbreiten.
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Am besorgniserregendsten für den afrikanischen Kontinent ist aber das Voranschreiten von AFRICOM – das Einsatzkommando des US-Militärs für Afrika – im Zuge der Aggression gegen Libyen. Es ist kein Zufall, dass nach dem Fall von Tripolis kaum ein Monat verging – es war derselbe Monat, in dem Gaddafi ermordet wurde: Oktober 2011 -, als die US-Regierung die Entsendung von Soldaten in nicht weniger als vier afrikanische Länder ankündigte: die Zentralafrikanische Republik, Uganda, Südsudan und die Demokratische Republik Kongo. AFRICOM hat eine beispiellose Zahl von 14 wichtigen gemeinsamen Militärübungen in afrikanischen Ländern für 2012 angekündigt.
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Nichts von alledem ware möglich gewesen, als Gaddafi noch an der Macht war. Als Gründer der Afrikanischen Union, ihr größter Geldgeber und ehemaliger gewählter Vorsitzender übte er erheblichen Einfluss auf dem Kontinent aus. Es war zum Teil ihm zu verdanken, dass die US-Regierung gezwungen war, das Hauptquartier von AFRICOM bei seiner Gründung im Februar 2008 in Stuttgart anzusiedeln, statt in Afrika selbst: er bot afrikanischen Regierungen, die die Errichtung eines US-Militärstützpunktes ablehnten, Geld und Investitionen. Unter seiner Führung besaß Libyen schätzungsweise 150 Milliarden US-Dollar an Investitionen in Afrika und der Vorschlag Libyens, finanziell unterstützt mit 30 Millarden US-Dollar in bar, eine Entwicklungsbank der Afrikanischen Union einzurichten, hätte die finanzielle Abhängigkeit Afrikas vom Westen ernsthaft reduziert. Kurzum: Gaddafis Libyen stellte für AFRICOM das größte Hindernis dar für die Durchdringung des Kontinents.
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Nun, da er weg ist, intensiviert AFRICOM seine Arbeit. Die Invasionen in Irak und Afghanistan zeigten dem Westen, dass Kriege, in denen ihre eigenen Bürger sterben, unbeliebt sind. AFRICOM wurde geschaffen, um sicherzustellen, dass in den kommenden Kolonialkriegen gegen Afrika Afrikaner das Kämpfen und Sterben erledigen und nicht Bürger aus den westlichen Ländern. Die Kräfte der Afrikanischen Union sollen unter einer US-geführten Weisungskette in AFRICOM integriert werden. Gaddafi hätte das nie toleriert; deshalb musste er gehen.
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Für eine Vision Afrikas unter der Führung von AFRICOM muss man daher nicht weiter blicken als Libyen, der afrikanische Modellstaat der NATO: verurteilt zu jahrzehntelanger Gewalt und Trauma, und völlig unfähig, sein eigenes Volk zu versorgen, geschweige denn einen Beitrag zu regionaler oder afrikanischer Unabhängigkeit zu leisten. Der neue militärische Kolonialismus in Afrika darf nicht einen Zentimeter weiter voranschreiten.
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Im südwestlichen Libyen sind in den Orten Al-Chakika und Mizdah wieder Kämpfe ausgebrochen. Es wird berichtet, das auf beiden Seiten seit Donnerstag schwere Waffen zum Einsatz kommen.
Begonnen hatten die Auseinandersetzungen, als Zintan-Milizen mehrere “Quadhafi-Supporter” verhaften wollten, was von ihren Stammesangehörigen aber entschlossen verhindert wurde. Mehrere kulturelle Bauten, Schulen und etwa 40 Privathäuser wurden bisher zerstört. Sowohl die Elektroversorgung als auch Kommunikationsverbindungen sind seit Tagen unterbrochen. Der NTC hat den Westen Libyens nun zu einer Kriegszone erklärt.
Ein Komitee von Vermittlern aus den verschiedenen Stämmen versucht mit allen am Streit Beteiligten eine friedliche Lösung auszuhandeln. Eine ausführliche Bilderstrecke (18+) und Videos der Verletzten findet man bei libia-sos.blogspot.
Zwischenzeitlich haben tagelange Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen in der Region Jebel Nafusa 14 Tote und 89 Verletzte hinterlassen und 200 Familien in die Flucht getrieben. Die libyschen Behörden haben Einheiten der Armee entsandt, um in die Kämpfe einzugreifen.
Auch aus Al-Kufra werden weitere Kämpfe gemeldet. Ein Flugzeug, das Verwundete NTC-ler nach Benghazi ausfliegen sollte, wurde beim Start beschossen/abgeschossen.
In Benghazi zerstörte ein Großbrand die Kouskous-Fabrik in Kowefiya, was die große Lebensmittelnot im Land weiter erhöhen wird.
Fazit: Auffällig am derzeitigen Informationsfluss aus Libyen ist die immer härtere Stellungnahme gegen Zintan. Auch die Erklärung des Kriegsrechtes im Westen dürfte die Vorbereitung eines Vorgehens des NTC gegen die Zintan-Milizen bedeuten.
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