NATO-Krieg Syrien

siria 61erschienen bei “Hinter der Fichte

Es wird ernst. Vom Mainstream weitgehend bagatellisiert bis verschwiegen, traf sich Merkel mit dem katarischen Machthaber (den man euphemistisch Regierungschef nennt) in der Rebellenhochburg Berlin, um über Syrien zu reden. Wir schließen uns der lesenswerten Einschätzung vom Parteibuch-Blog vollinhaltlich an.

Merkel, die schon dem Terrorpaten Bush in den Allerwertesten kroch, lügt ohne rot zu werden:

“Die Bereitschaft dazu, sich für eine solche politische Lösung überhaupt zu öffnen, ist bei Assad im Augenblick nicht vorhanden, und das bestimmt natürlich auch den Kurs der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Sinne arbeiten wir auch mit Katar zusammen.” 

Merkels Staatsräson
So kündigt man den Krieg gegen Syrien an. Katar hatte – wie jetzt in Syrien – schon 2011 in Libyen an die gleichen Terroristen Waffen geliefert, sowie Bodentruppen und seine Luftwaffe eingesetzt. Auch jetzt bringt Katar Waffen ins Kriegsgebiet. Deutschland hat inzwischen die Banditen in Berlin versteckt und trainiert. So versteht sich: „In diesem Sinne arbeiten wir auch mit Katar zusammen.“

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jo on Februar 12th, 2013

syrien fischeerschienen bei chartophylakeion tou polemou

Danke an Armeeverkauf

ZAVTRA: Marat Masitowitsch, Sie sind der Leiter einer Gruppe von Journalisten der Nachrichtenagentur ANNA-News, und sind vor ein paar Tagen von der Frontlinie zurückgekehrt, wo sie syrischen Streitkräfte gegen die Rebellenbanden kämpfen. Wie ist derzeit die Lage in Syrien? Was passiert in Damaskus?
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Daraja – Front nahe der Hauptstadt

Marat Musin: Wir sind in Daraja, einem Vorort von Damaskus, gewesen, wo eine größere Gruppe Rebellen umstellt ist; wir sind bis in Sichtweite ihres Haupt-Kommandozentrums vorgedrungen. In manchen Augenblicken befand sich der Gegner kaum zwei Meter von uns weg, hinter einer Wand… und wir warteten auf den Angriff.
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Unter den Rebellenbanden gibt es sehr viele Ausländer. Auf jeden Fall habe ich dutzende ihrer verbrannten Leichen dokumentiert. Die Leichen der Ausländer werden verbrannt, damit man sie nicht identifizieren kann. Syrer werden hingegen beerdigt.
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Angeworben werden in diese Banden Syrer aus den kaum gebildeten Schichten und Arbeitslose – gegen ein paar Groschen und Drogen. An den Frontlinien finden wir andauernd Spritzen, Ampullen und Tabletten – sie liegen direkt auf den Straßen herum.
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Auf einem Schützenpanzerwagen kamen wir unter der Deckung von zwei Panzern zu einem eingenommenen Kommandopunkt der Rebellen heran – es handelte sich dabei um ein paar unterkellerte Gebäude, die mit Schießscharten und Schützenpositionen ausgestattet waren. Um diese Gebäude gab es 9 Tage lang heftige Kämpfe. Wir wurden auch beschossen, in der Panzerung blieben die Spuren von 12,7-Millimeter-Geschossen zurück. Hier, im Bereich der Medresse von Daraja, wurde eine recht große Einheit Salafiten vernichtet. Bei der Erstürmung sind 4 Soldaten und ein Leutnant unter schwerem Gegenfeuer in das Erdgeschoss des Gebäudes eingedrungen und haben dieses Stockwerk gesichert. Daraufhin haben acht Soldaten unter dem Kommando eines Oberst das zweite Stockwerk eingenommen. Die Rebellen zogen sich in die Kellergewölbe zurück und saßen still, ohne zu schießen. Als die Hauptmacht der Armee ins Gebäude einzog, schossen sie den Soldaten durch Ritzen und Löcher in die Beine. Acht von denen, die zu Boden gingen, wurden durch Kopfschüsse getötet. Nach dieser Episode wurden verständlicherweise keine Gefangenen mehr gemacht. Die Leute waren wirklich in Rage. Man hat später über 90 Leichen aus diesem Kellergewölbe geborgen. Der Kommandeur dieser Salafitenbrigade war ein Saudi, er und sein Sohn sind dort erschossen worden.
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Später kamen wir an Stellungen, von denen aus die Erstürmung eines befestigten Viertels der Banditen beginnen sollte. Wir haben gehört, wie sich die Offiziere mit den Rebellen im Nachbarhaus in Wortwechsel einließen; die Banditen lehnten es ab, sich zu ergeben, und antworteten mit Schimpftiraden. Die Soldaten verloren also die Lust am Verhandeln, eine Sturmgruppe ging los und vernichtete sie.
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Auf derlei Einsätze gehen bei den Syrern nur Freiwillige – das habe ich mit eigenen Augen gesehen.
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ZAVTRA: Die syrisch Armee führt unentwegt Kämpfe in Ortschaften, erstürmt die Positionen der Terroristen und unternimmt Anti-Terror-Einsätze. Wie ist Ihre Meinung zu den Fähigkeiten der Soldaten, was deren Einsätze und die persönlichen Qualitäten anbelangt?
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Motivation & Moral

M.M.: Die syrischen Soldaten und Offiziere legen Beharrlichkeit und Heldenmut an den Tag. Mitunter grenzt ihre Aufopferung an Leichtsinn. Doch diese Eigenschaft zeugt ohne viele Worte von ihrer Furchtlosigkeit und der Bereitschaft, sich für ihr Vaterland zu opfern.
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menschenrechte syrienAls wir unterwegs durch eine gefährliche Gegend waren, wurden wir von einfachen Soldaten, die nicht einmal Schutzwesten trugen, rechts und links abgeschirmt. Unser Begleiter hat uns dann und wann einfach gewarnt: “Vorsicht, hier ist es gefährlich!” und uns durch seinen eigenen Leib abgeschirmt. In Daraja gerieten wir unter Scharfschützenfeuer. Wir mussten über eine Straße sprinten, die durchschossen wurde. Beinahe wäre unser Kameramann erschossen worden. Der Scharfschütze tat einen Fehlschuss. Als ich auf dieser Strecke stolperte und fiel, kamen sogleich zwei Soldaten heran, um mich aus dieser Lage zu retten. Beide waren auf offener Straße in der Schußlinie. Dabei kenne ich nicht einmal die Namen dieser Soldaten.
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Und solche Fälle gibt es viele. Unter den einfachen Soldaten gibt es wirklich Helden. Wir kamen einmal unter Sperrfeuer. Unser Begleiter, ein junger Mann von vielleicht 20 Jahren, wurde von einer Kugel kurz unterhalb des Herzens getroffen. Die Wunde war schrecklich, alles war zerrissen. Er überlebte, verbrachte drei Monate auf der Intensivstation und kam später in seine Einheit zurück, mit Kalaschnikow und Pistole. Er hat sich eben entschieden.
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ZAVTRA: Woher haben die Rebellen in Syrien denn so viel Waffen?
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M.M.: Waffen haben sie genug. Scharfschützengewehre, Panzerabwehrwaffen, Maschinengewehre – alles ist da. Es gab viel alten Plunder, denn z.B. aus Libyen kamen frachterweise Waffen, darunter auch aus US-amerikanischer und israelischer Produktion. Weiterhin ist der Kanal aus der Türkei offen. Wir haben selbst gesehen, wie die Syrer Lufteinsätze flogen, und die Rebellen beharkten sie mit Boden-Luft-Raketen.
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Die syrische Aufklärung hat Informationen darüber, dass in den Flüchtlingslagern in der Türkei britische und amerikanische Instrukteure Al-Kaida-Leute ausgebildet haben, welche denn auch mit den MANPADS ausgerüstet wurden. Die Rebellenbanden benutzen auch Flammenwerfer, eine Waffenart, die ich bei den Syrern nicht gesehen habe. Sie besitzen auch hochpräzise, weitreichende Scharfschützengewehre und Computersysteme zur Steuerung derselben, Panzervernichtungswaffen… Die Syrer benutzen hingegen unsere Panzer, T-72 mit dynamischer Panzerung. Sie kämpfen und besiegen diese aufgepeppte internationale Militärmaschinerie.
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ZAVTRA: Trifft es zu, dass es unter den Rebellenbanden eine große Zahl an Ausländern gibt?
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Freiheit für Palästina = Terror gegen Syrien?

M.M.: Das trifft zu. Dabei denken viele von denen sogar, dass sie.. auf dem Territorium Israels für die Freiheit Palästinas kämpfen! Da gibt es beispielsweise Afghanen, die gar nicht wissen, was Syrien überhaupt ist. Ich habe unzählige solcher Leichen gefilmt, die sie nicht zu verbrennen geschafft haben. Saudis und Pakistanis kann man zum Beispiel oft an den mit Henna gefärbten Bärten erkennen. Wir finden auch unentwegt Geld in ausländischen Währungen, aus Libyen, dem Sudan, der Türkei.
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Die geheuerten Söldner sind vor allem Islamisten aus Problemgebieten. Das Anwerben kostet nicht viel: für 400-500 US-Dollar gehen sie in den Tod. Schuhada werden gekauft. Väter verkaufen einfach ihre Söhne, damit diese sich irgendwo in Syrien in die Luft sprengen. Aktiv sind auch und vor allem irakische Zellen der Al-Kaida. Ich habe insgesamt 12 Mann interviewt, die Kommandeure verschiedenen Ranges in der sogenannten Al-Nusra-Front waren. Vor ungefähr einem Monat hat das US-State Department diese Struktur auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt. Das ist wie der Klassiker: “Ich habe dich geboren, ich werde dich auch töten.” (Anspielung auf Nikolaj Gogols “Taras Bulba” – apxwn.)
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ZAVTRA: Was denken Sie, wird der Zustrom von Söldnern nach Syrien noch zunehmen, oder ist die Spitze bereits hinter uns und die Zahl dieser Gruppierungen wird sinken?
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jo on Februar 17th, 2012
erschienen bei Politaia
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Seit elf Monaten destabilisieren die westlichen Mächte und die Golfmonarchien Syrien. Mehrere Tausend Söldner haben sich ins Land geschmuggelt. Von Büros aus Saudi-Arabien und dem Katar im Schoss der extremistischen, sunnitischen Umwelt angeheuert, sind sie gekommen, um den „alawitischen Thronräuber“ Bachar el-Assad zu stürzen und eine Diktatur wahhabitischer Natur durchzusetzen. Sie verfügen über High-Tech Militärmaterial, Infrarot-Nachtsichtgeräte, Kommunikationszentren, sogar Roboter für den Straßenkampf. Von den NATO-Mächten verdeckt unterstützt, haben sie außerdem Zugang zum unumgänglichen militärischen Nachrichtendienst, speziell zu Satellitenbildern der syrischen Truppenbewegungen und Telefon-Abhörgeräten.

belhaj klein 300x153 Wahabitische Legion aufgerieben    Das Ende der Partie im Nahen Osten? Abdel-Hakim Belhadj

Diese Operation wird fälschlicherweise dem westlichen Publikum als eine von einer gnadenlosen Diktatur im Blut erstickte politische Revolution dargestellt. Natürlich wird diese Lüge nicht von Allen akzeptiert. Russland, China und die amerikanischen Mitgliedsstaaten der ALBA verwerfen sie. Jeder besitzt tatsächlich genügend historische Erfahrung, die es erlaubt, das Spiel schnell zu durchschauen. Die Russen denken an Tschetschenien, die Chinesen an den Xinxiang, und die Amerikaner an Kuba und Nicaragua. In allen Fällen waren, jenseits des ideologischen und religiösen Anscheins, die Destabilisierungsmethoden der CIA die gleichen.

Beobachtet man die westlichen Medien, so sieht man seltsamerweise, wie sie diese selbst überzeugen, dass die Salafisten, die Wahhabiten und die Al-Qaida-Kämpfer von Demokratie überschwellen, während letztere nicht aufhören, über die saudischen und qatarischen Satellitensender dazu aufzurufen, den alawitischen Ketzern und den Beobachtern der Arabischen Liga die Gurgel durchzuschneiden. Ganz egal ob Abdel Hakim Belhadj (Nummer 2 von Al Qaida und derzeitiger Militär Gouverneur von Tripolis) persönlich gekommen ist, seine Männer im Norden von Syrien einzusetzen, oder ob Ayman Al-Zawahiri (Nummer 1 von Al-Qaida seit dem offiziellen Tod von Osama bin Laden) zum Dschihad in Syrien aufgerufen hat, die westliche Presse verfolgt ihren romantischen Traum einer liberalen Revolution.

zawahiri Wahabitische Legion aufgerieben    Das Ende der Partie im Nahen Osten? Zawahiri

Das Lächerlichste, was wir von den westlichen Medien zu hören bekommen, sind die täglichen Nachplappereien der Anschuldigungen der syrischen Muslimbrüder, welche Meldungen über Verbrechen des Regimes und seine Opfer bringen. Als Quelle wird das „Syrische Observatorium für Menschenrechte“ genannt. Übrigens, seit wann kümmert sich diese Brüderschaft von Putschisten um Demokratie?

Es hat genügt, dass die westlichen Geheimdienste einen “Syrischen Nationalrat“ als Marionette gründeten, mit einem Soziologen der Sorbonne als Präsidenten und einer Geliebten des ehemaligen Chefs der DGSE [fr. Geheimdienst] als Sprecherin, und schon werden aus „Terroristen“ „Demokraten“. Im Handumdrehen ist die Lüge mediale Wahrheit geworden. Die von der Wahhabitischen Legion entführten, gefolterten und ermordeten Personen sind in der Presse Opfer des Tyrannen geworden. Die Wehrpflichtigen aller Religionen, die ihr Land gegen einen konfessionellen Angriff verteidigen, sind zu alawitischen Soldaten geworden, die ihr Volk unterdrücken.

emir von katar1 300x192 Wahabitische Legion aufgerieben    Das Ende der Partie im Nahen Osten? Der sympathische Eimer von Katar

Der Emir von Katar und der König von Saudi-Arabien, zwei absolute Monarchen, die noch niemals nationale Wahlen in ihrem Land organisiert haben und ihre Demonstranten einsperren, sind die Herolde der Revolution und der Demokratie geworden. Frankreich, Großbritannien und die USA, die gerade 160 000 Libyer getötet haben, indem sie das Mandat des UN-Sicherheitsrat nicht beachteten, sind verantwortungswürdige Philanthropen für die Beschützung der Zivilbevölkerung geworden. Usw.

Jedoch hat der Krieg schwacher Intensität, den die westliche und Golfpresse hinter dieser Maskerade verbirgt, mit dem doppelten Veto der Russen und Chinesen am 4. Februar 2012 ein Ende genommen. Die NATO und ihre Alliierten wurden aufgefordert das Feuer einzustellen und sich zurückzuziehen, wenn sie nicht einen regionalen Krieg oder gar einen weltweiten auf dem Gewissen haben wollten.

volt3 Lavrov Damascus 2 c3607 300x200 Wahabitische Legion aufgerieben    Das Ende der Partie im Nahen Osten? Lawrow trifft Assad

Am 7. Februar ist eine große russische Delegation mit sehr hohen Beamten des Auslandsgeheimdienstes in Damaskus eingetroffen, wo sie von einer jubelnden Menschenmenge empfangen wurde, mit der Überzeugung, dass die Rückkehr Russlands auf die internationale Szene das Ende ihres Alptraumes sei. Die Hauptstadt, sowie auch Aleppo, die zweite Stadt des Landes, feierten mit weißen, blauen und roten Farben und paradierten hinter kyrillisch geschriebenen Bannern. Im Präsidentspalast traf die russische Delegation jene anderer Länder, einschließlich der Türkei, des Iran und des Libanon. Eine Reihe von Abkommen wurde für die Rückkehr des Friedens unterzeichnet. Syrien hat 49 militärische Ausbildner, die durch die syrische Armee in Gefangenschaft gerieten, ausgeliefert. Die Türkei hat eingegriffen, damit die entführten iranischen Ingenieure und Pilger befreit würden, auch jene, die von den Franzosen verhaftet wurden (anbei sei gesagt, dass der Leutnant Tlass, der sie für die DGSE zurückhielt, liquidiert wurde). Die Türkei hat jegliche Unterstützung der „Freien syrischen Armee“ aufgegeben, hat ihre Einrichtungen geschlossen (außer der auf der NATO-Base gelegenen in Incirlik), und hat seinen Chef ausgeliefert, den Oberst Riad el Assad. Russland, das der Garant des Abkommens ist, wurde berechtigt, den alten sowjetischen Auffangsstützpunkt des Mont Qassioum wieder zu reaktivieren.

Am nächsten Tag hat das US-Außenministerium die syrische Opposition im Exil informiert, dass sie nicht mehr mit militärischer Hilfe der USA rechnen sollte. Als sie dann verstanden, dass sie ihr Land umsonst verraten hatten, fuhren die Mitglieder des Syrischen Nationalrates ab, auf der Suche nach anderen Sponsoren. Einer von ihnen trieb es soweit, Benjamin Netanyahu zu schreiben mit der Bitte, in Syrien einzufallen.

Nach einer zweitägigen Wartezeit, um die Abkommen in die Tat umzusetzen, haben die nationalen Armeen von Syriens und  des Libanon die Bastionen der Wahhabitischen Legion gestürmt. Im Norden vom Libanon wurde ein riesiges Arsenal in Tripolis (Libanon) beschlagnahmt. Vier westliche Offiziere wurden in Akkar gefangengenommen, in einer aufgelassenen Schule des UNRWA, das in ein Generalhauptquartier verwandelt wurde. In Syrien hatte General Assef Chawkat persönlich die Operation geleitet. Mindestens 1500 Kämpfer wurden gefangen genommen, darunter ein Oberst des technischen Kommunikationsdienstes der DGSE, und es gab mehr als tausend Tote. Derzeit weiß man noch nicht, wie viele der Opfer ausländische Söldner sind, wie viele mit den fremdländischen Kräften kollaborierende Syrier und wieviel Zivilopfer, die in der belagerten Stadt in die Falle gerieten.

Libanon und Syrien haben ihre Souveränität über das ganze Land zurückerobert.

Intellektuelle diskutieren darüber, ob Wladimir Putin nicht einen Fehler begangen hat, als er Syrien zum Preis einer diplomatischen Krise mit den USA beschützt hatte. Das ist eine schlecht gestellte Frage. Indem Moskau während der letzten Jahre seine Kräfte wiederaufgebaut hatte und sich heute auf der internationalen Ebene behauptet, hat es einer jahrzehntelangen unipolaren Weltordnung Einhalt geboten, in der Washington seine Vorherrschaft bis zur globalen Domination aisbaute. Die Wahl bestand nicht darin, sich entweder mit dem kleinen Syrien zu verbünden oder mit den mächtigen USA, sondern darin, die erste Weltmacht noch einen Staat mehr zerstören zu lassen oder die Kraftverhältnisse zu ändern und eine neue internationale, gerechtere Ordnung zu schaffen, in der Russland mitzureden hat.

Übersetzung: Horst Frohlich/politaia

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erschienen bei politaia

Die City of London fährt die libysche Strategie. Jeden Tag ein bisschen mehr Einmischung in Syrien. Wir dürfen gespannt sein, was als nächstes folgt, denn der Heuchler von Rothschilds Gnaden, Ban Ki Moon ist schon “entsetzt”.

syrien Britische und katarische Sondereinheiten operieren schon in Syrien

Das russische Außenministerium hat seinem Sprecher Alexander Lukaschewitsch zufolge die israelischen Informationen über die Verlegung einer britischen und einer katarischen Sondereinheit nach Syrien als besorgniserregend bezeichnet.„Ich selber habe keine diesbezüglichen Berichte gesehen und wir wollen selbstverständlich die Echtheit dieser Informationen überprüfen. Aber dieser Aspekt ist sehr besorgniserregend“, sagte Lukaschewitsch am Donnerstag in Moskau bei einem kurzen Pressegespräch.

Russland ist, besonders in den letzten Wochen, sehr darum bemüht, die Syrien-Krise in den Griff zu bekommen: Der Außenminister spricht fast jeden Tag von unseren Plänen und unserem Herangehen“, so der Sprecher.
Wie das israelische Portal Debkafile am Donnerstag berichtet, unterstützen Instrukteure der Armee-Sonderkräfte aus Großbritannien und Katar die bewaffneten Formationen, die gegen die syrischen Regierungstruppen im Raum der Stadt Homs kämpfen. Die ausländischen Militärs nähmen nicht direkt an den Kämpfen teil, wirkten jedoch als Taktik-Instrukteure und organisierten die Nachrichtenübermittlung sowie die Waffen- und Munitionsversorgung.

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jo on Februar 8th, 2012

Bild: toonpool.com

von Justin Raimondo

erschienen bei antikrieg.com  – vielen Dank an Steffen

„Förderung der Demokratie“ und Regimewechsel im Mittleren Osten

Die Verhaftung und das anhängige Verfahren gegen ausländische „Demokratieaktivisten“ in Ägypten aufgrund von Beschuldigungen, sie hätten gegen die Gesetze verstoßen, die eine Finanzierung von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) durch ausländische Regierungen verbieten, hat ein Aufheulen in Washington verursacht. Außenministerin Hillary Clinton warnte öffentlich Kairo, dass das die $1,55 Milliarden an Hilfsgeldern gefährden wird, die die Vereinigten Staaten von Amerika heuer zur Verfügung stellen sollten, aber die Ägypter scheinen davon nicht besonders beeindruckt zu sein. „Die Regierung wird nicht zögern, ausländische Machenschaften ans Licht zu bringen, die die Stabilität unseres Landes gefährden,“ sagte Frau Abu el-Naga im Namen der ägyptischen Regierung. Die staatliche Zeitung Al Ahram berichtete darüber und fügte hinzu: „sie setzt auf das wahre Wesen des ägyptischen Volkes, in der Krise zusammenzukommen.“

Und damit liegen sie sehr richtig, da die amerikanische Regierung in Ägypten weithin verschrieen ist wegen ihrer Unterstützung des Diktators Hosni Mubarak all die Jahre hindurch: in der Tat unterstützte die entrüstete Hillary ihn bis zum allerletzten Augenblick, sogar noch als Ägypter aller Überzeugungen auf die Straßen strömten und seinen Rücktritt forderten – und seinen Kopf.

In Amerika sind die Einschränkungen für die Finanzierung von politischen Gruppen und gemeinnützigen Einrichtungen aus dem Ausland noch strenger als in Ägypten. Gemeinnützige, die als Vermittler für ausländisches Geld in den Vereinigten Staaten von Amerika tätig sind, müssen sich registrieren lassen als Agenturen einer ausländischen Macht und alle ihre Aktivitäten und alle ihre Beziehungen mit ausländischen Staatsbürgern und Regierungen offenlegen.

Kurz gesagt, die Vereinigten Staaten von Amerika halten sich innerhalb ihrer eigenen Grenzen an einen bestimmten Standard, den sie aber nicht anerkennen, wenn dieser an sie selbst im Ausland angelegt wird. Dieses Verhalten ist typisch für Washington und nur einer der Gründe, warum wir gehasst werden, wohin immer wir gehen. Das Außenministerium stellt den Eingriff hin als einen Versuch der Militärjunta, sich an die Macht zu klammern ungeachtet der Zusage, diese an eine demokratisch gewählte Regierung abzugeben, und laut New York Times sagen sogar die „Menschenrechts“-Gruppen, die am Finanztropf der Vereinigten Staaten von Amerika hängen:

„Sie glauben, dass die herrschenden Generäle einen begründeten Verdacht hegen gegen das, was sie als ‚fremde Hände’ bezeichnen, welche Unruhen auf der Straße hervorrufen. Ein nicht genannt werden wollender ehemaliger General mit Naheverhältnis zum herrschenden Militärrat blieb dabei, dass Washington wirklich darauf aus war, Ägypten zu destabilisieren, indem es diese Gruppen finanzierte.“

Was wäre, wenn eine fremde Regierung zum Schluss käme, dass die amerikanischen Wahlgesetze „undemokratisch“ sind, zum Beispiel weil sie effektiv dritte Parteien ausschließen und routinemäßig von Amtsinhabern manipuliert werden, die ihre Wiederwahl sichern wollen – und beschließen würde, massiv eine Kampagne zu finanzieren, um diese Gesetze zu ändern? Diese würde schnell abgedreht, daran kann kaum ein Zweifel bestehen. Es soll hier nicht die Rede sein von ausländischen Instanzen, die gewalttätige Straßendemonstrationen finanzieren, wie es von den Vereinigten Staaten von Amerika bezahlte NGOs in den Fällen verschiedener „Farbenrevolutionen“ in Osteuropa und ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien getan haben. Wie viele muslimische und arabische Hilfsorganisationen fielen in den Vereinigten Staaten von Amerika Razzien zum Opfer und wurden ihre Leiter aufgrund von Anklagen wegen „Terrorismus“ gerichtlich verfolgt? Als jedoch die Ägypter das Gleiche in ihrem Land machten, bezeichneten die Amerikaner das als einen Angriff auf die „Zivilgesellschaft“.

AC-130-Bomber - verwendet gegen Libyen

Unter dem Titel des National Endowment for Democracy (Nationale Stiftung für Demokratie) und von USAID überweist Washington Milliarden Dollars aus Steuergeldern ins Ausland, um die Arbeit von der Regierung finanzierter NGOs zu fördern und schafft damit im Endeffekt die amerikanische Neuauflage der alten sowjetischen Comintern. Mit ihren Agenten, die eingebettet sind in die „Zivilgesellschaft“ auf der ganzen Welt, benützt Washington diese Gruppen, um seine außenpolitische Agenda des „Regimewechsels“ zu verfolgen in den Ländern, deren Machthaber nicht unterwürfig genug gegenüber Amerikas Absichten sind. Wir sahen das in der Ära Bush, als verschiedene „Farbenrevolutionen“ von der Ukraine bis Kirgistan angezettelt wurden durch von den Vereinigten Staaten von Amerika finanzierte – und ausgebildete – Gruppen. Die Strategie der Vereinigten Staaten von Amerika besteht eindeutig darin, den revolutionären Aufstand zu kooptieren, anstatt ihn zu bekämpfen, und ihn als Mittel zu benützen, die amerikanischen Interessen in der Region voranzutreiben, aber das wirft zwei Fragen auf:

1) Wen und was unterstützen wir, und 2) Ist das ein Segen oder ein Fluch für diejenigen, die unter der Diktatur von, sagen wir, Bashar al-Assad von Syrien leiden? Jacob Heilbrunn drückt es in einem Artikel in The National Interest so aus:

„Offenbar hat das Außenministerium syrische Gruppen und TV-Programme finanziert, die das Assad-Regime attackierten. Die Washington Post berichtet, dass Depeschen von Diplomaten der Vereinigten Staaten von Amerika enthüllen, dass das Außenministerium mindestens $6 Millionen an eine Gruppe namens Bewegung für Gerechtigkeit und Entwicklung überwiesen hat – eine Gruppe von syrischen Exilanten, die in London leben.

„Die Bedeutung dieses Zuges scheint klar: Präsident Obama unterstützt, nicht anders als sein Vorgänger George W. Bush, einen Regimewechsel in Syrien. Regimewechsel könnte in Amerikas Interesse liegen, oder auch nicht. Die Diktatur der Assads, Vater und Sohn, war eine hässliche. Aber wer würde sie ersetzen? Weiß Obama das? Hat er eine klare Vorstellung von den Exilanten in London (von denen einige offenbar ehemalige Mitglieder der Moslembruderschaft sind, die Amerika unterstützt hat)? Der Verlauf der amerikanischen Unterstützung solcher Gruppen war nicht immer glücklich.

„Ein weiteres Problem liegt darin, dass durch die Einmischung in die innerstaatliche Politik Syriens die Obama-Administration die Behauptungen des Regimes legitimiert, es kämpfe gegen ausländische Gegner, die darauf aus sind, das eigene Land zu unterminieren. Denn eines ist gewiss: was Obama hier betreibt, ist eindeutig Subversion. Er unterstützt eine Gruppe, die versucht, die derzeitige syrische Regierung zu stürzen.“

Laut den Medien des Westens geht es in Syrien darum, dass wehrlose Demonstranten von Regierungskräften massakriert werden, aber die Realität ist eine ganz andere, wie der Bericht der Beobachtermission der Arabischen Liga klar macht. Natürlich hörten wir nicht viel von diesem Bericht, als er veröffentlicht wurde: alles, was dem offiziellen Narrativ zuwiderläuft, geht von vorneherein in das Gedächtnisloch und wird nie wieder gesehen. Pepe Escobar berichtet:

„Der Bericht ist unerbittlich. Es gab keine organisierte mörderische Unterdrückung von friedlichen Demonstranten durch die syrische Regierung. Stattdessen weist der Bericht hin auf zwielichtige bewaffnete Banden, die verantwortlich sind für hunderte Tote in der syrischen Zivilbevölkerung und über tausend Tote in der syrischen Armee, welche todbringende Taktiken eingesetzt haben wie Bomben in zivilen Bussen, Bomben gegen Züge, die Diesel transportierten, Bomben gegen Polizeibusse und Bomben gegen Brücken und Pipelines.“

Der Bericht selbst hält fest:

„Die Mission stellte fest, dass es eine bewaffnete Gruppierung gibt, die im Protokoll nicht erwähnt wird. Diese Entwicklung auf dem Boden kann zweifelsohne dem exzessiven Einsatz von Gewalt durch die syrischen Regierungskräfte zugeschrieben werden, mit der diese auf Proteste vor der Entsendung der Mission reagiert hat, die den Sturz des Regimes forderten. In einigen Gebieten reagierte diese bewaffnete Gruppierung, indem sie syrische Sicherheitskräfte und Bürger angriff, was die Regierung veranlasste, mit weiterer Gewalt vorzugehen. Letztendlich bezahlen unschuldige Bürger für diese Aktionen mit Leib und Leben.“

Wer oder was ist diese „bewaffnete Gruppierung, die im Protokoll nicht erwähnt wird“ – auch nicht in vielen der Nachrichtenmeldungen über die Ereignisse in Syrien? Woher bekommen sie ihre Waffen? Stratfor meint hauptsächlich aus dem Libanon, aber da ist auch die Grenze mit der Türkei:

„Die Nachschubwege aus dem Libanon sind die wichtigsten für die FSA, da sie am nächsten zu entscheidenden Hochburgen der Opposition in und um die Hauptstadt und in die Städte mit sunnitischer Mehrheit Homs und Hama verlaufen. Die durchlässige syrisch-türkische Grenze kann von der FSA am sichersten überschritten werden. Ankara hat bereits einige Flüchtlingslager für Syrer an der türkischen Grenze eingerichtet und den Führungen von FSA und Syrischem Nationalrat Aufenthalt gewährt. Geheime ausländische Unterstützung für die FSA findet wahrscheinlich ebenfalls auf der türkischen Seite der syrischen Grenze statt, wo Vorräte geschützt werden können und die türkischen Streitkräfte einige Deckung für FSA-Rebellen bieten können, die sich von und nach Syrien bewegen.

Der Antiwar.com-Kolumnist und ehemalige Geheimdienstoffizier Phil Giraldi drückt sich eindeutiger aus:

„Unmarkierte Kriegsflugzeuge der NATO treffen in den türkischen Militärstützpunkten nahe Iskenderun an der syrischen Grenze ein und liefern Waffen aus den Arsenalen des getöteten Muammar Gaddafi und Freiwillige des libyschen Übergangsrates, die Erfahrung haben im Vorgehen lokaler Freiwilliger gegen ausgebildete Soldaten, gelernt im Kampf gegen Gaddafis Armee. Iskenderun ist auch der Sitz der Free Syrian Army (FSA – Freie Syrische Armee), des bewaffneten Armes des Syrian National Council (syrischen Nationalrats). Ausbilder der französischen und britischen Spezialkräfte befinden sich dort und helfen den syrischen Rebellen, während die CIA und Spezialkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika Kommunikationsgeräte und Geheimdienstinformationen zur Verfügung stellen, wodurch sie den Kämpfern ermöglichen, Konzentrationen von syrischen Soldaten auszuweichen.“

Der libysche „Nationale Übergangsrat” gab seine Unterstützung für die syrischen Rebellen bekannt und schickte 600 Kämpfer an die türkische Grenze. Finanziert und unterstützt von Qatar, Saudiarabien und der Türkei ist die „Freie syrische Armee“ darauf aus, einen Krieg der Konfessionen zu entzünden, indem sie Sunniten gegen Alawiten und Christen aufhetzt. Ihre „Abu Bakr Brigade,“ die aus Libyen kommt und von der es heißt, sie sei von al-Qaeda rekrutiert worden, verbreitet anti-Alawiten-Videos im Rahmen ihrer Propagandaoperation. Diese Gruppe hat sich zu verschiedenen Angriffen auf iranische Ziele bekannt, insbesondere zur Sprengung eines iranischen Militärflugzeugs mit 302 Soldaten an Bord im Jahr 2003. Die Rebellen ärgern sich besonders über das, was sie als wachsenden iranischen Einfluss in Syrien charakterisieren, was ebenfalls auf die konfessionelle Komponente ihrer Sache hinweist.

Während Ägypten in die Umarmung der Moslembruderschaft gerät und die Vereinigten Staaten von Amerika wie man sagt „gemäßigte Islamisten“ in Syrien und anderswo unterstützen, wird die Lage von Christen und Ungläubigen in der Region zunehmend problematisch. Die Ägypter sehen, was in Syrien vor sich geht und versuchen zu verhindern, dass sich das von den Vereinigten Staaten von Amerika gesponserte Chaos ausbreitet.

Proponenten von „soft power“ („weiche Kraft“) bezeichnen diese oft als friedliche Alternative zum Einsatz von „hard power“ („harte Kraft“), aber in Wirklichkeit ist die erstere nur das Vorspiel zu letzterer. Die „Förderung von Demokratie“ bereitet die Bühne für militärische Intervention, indem sie als ersten Schritt die Begründung liefert für einen Regimewechsel und als zweiten das Personal zur Verfügung stellt. Die Radiostation der syrischen Rebellen mit ihrem Hauptsitz in London hat Millionen unserer Steuerdollars bekommen, während unsere Spione sie ausgebildet und mit Waffen versorgt haben. Die Grenze zwischen „weich“ und „hart“ ist immer schwieriger auszumachen.

Als die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte, unterstützten die Vereinigten Staaten von Amerika die afghanischen Mudschahedin – Präsident Reagan bezeichnete sie als „Freiheitskämpfer.“ Das war die Wiege, aus der al-Qaeda schlüpfte. Welche neuen Monstren erschaffen wir im syrischen Schmelztiegel?

Quelle: antikrieg.com

Morris über die Verursacher:


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hier nochmal das hochwichtige Morris-Interview mit Scheich Imran Hosein:


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Aktion UBERWACH!