Libysche Jamahiriya 2011

jalil schuhputzervon John Schacher

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist Mustafa Abdel Jalil trotz Ausreiseverbotes mit einem Flugzeug nach Tunis geflüchtet. In Libyen wollte man ihm wegen Mordes an General Younis den Prozeß machen. Die Wanderratte wurde in Ehren vom tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki am Flughafen Cartago empfangen.

Quasi synchron dazu tauchten am Montagmorgen der tunesische Premier Hammadi Jebali und eine Ministerdelegation in Tripolis im Rahmen einer Eil-Visite auf, um den eben erfolgten tunesischen Staatsbankrott (!) zu melden und libysche Finanz-Hilfen zu erbitten. Am Flughafen Mitiga eingetroffen wurden sie von Libyens Außenminister Mohamed Abdel Aziz, Verteidigungsminister, Innenminister, Botschaftern und Militärgrößen empfangen. Geforderte Gegenleistung für Hilfen ist die Auslieferung der Jamahiriya-Flüchtlinge aus Tunesien. Wegen dieser sich zuspitzenden Situation erfolgen gerade noch stärkere Auseinandersetzungen in Tunesien und im Grenzgebiet zwischen Rebellen, Flüchtlingen und über den Rummel verägerten Tunesiern als sonst schon üblich. Der Grenzübergang in Ras Jadir und weiter südliche Trassen sind gesperrt und abgeriegelt. Kein Versorgungs-Schwerlastverkehr.

In Tripolis kam es zu einem Angriff auf die Residenz des Premierministers, danach zogen die randalierenden Bewaffneten weiter zum Sitz des Innenministeriums und verursachten neben Vandalismus viel Angst bei den Anwohnern. Die Strassen zur Residenz waren zum Zeitpunkt der Meldung noch immer gesperrt und nicht bekannt, ob es zu Opfern gekommen ist. Tripolis versinkt immer weiter im Chaos – Mord folgt auf Mord.

122 Junge Männer von Bani Walid stellen furchtlos auf dem Rechtsweg Schadenersatzforderungen an die Nationalversammlung. Die illegalen Zerstörungen in Bani Walid soll von der Regierung – die nicht eingeschritten ist – bezahlt werden. Weitere Stämme unterstützen diese Klage.

Vier sehr hohe Rebellen-Militärs sollen bei einem heftigen Auto-Unfall zwischen Tarhouna und Bani Walid umgekommen sein. Von Fremeinwirkung war nicht die Rede.

Ist Khamis am 21.8.11 rechtzeitig in Aishas Auto umgestiegen?

khamis uniformen


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In Benghazi herrscht ununterbrochen Bombenstimmung bei Polizei und Militär. Besonders oft sind übergelaufene ehemalige Jamahiriya-Beamte die Opfer.

Al Kufra meldet Zusammenstösse kleinerer Art, die aber zu Überflügen von Luftunterstützung geführt hat. Man hat große Angst vor weiteren Bombardements.

In Sabha wurde ein Scharfschützen-Anschlag auf Magharief verübt, den der Widerstand aber nicht selbst verübt haben will.

Region Ajelat: Zerstörungen der von NATO und USA unterstützten kriminellen Banden:


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Aus Misrata wie immer die Horrormeldung: dort sollen in Gefängnissen 400 Tawergha-Leichen aufgefunden und an das Rote Kreuz dokumentiert worden sein. Man hofft, dass die Todesursachen (Folter) ermittelt werden und eine Identifikation stattfindet.

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jo on Dezember 28th, 2012

gesehen bei Mathaba

Im Film beeindruckt “Brother Leader” Muammar al Quadhafi mit einer furchtlosen und volksnahen Stadtrundfahrt durch Tripolis während der NATO-Luftangriffe.

Das müssen andere Volksvertreter und/oder Diktatoren Muammar al Quadhaft erst einmal nachmachen. Auch im Wissen um den weiteren Verlauf der Geschichte ist es fesselnd und bewegend mitanzusehen, wie Urvertrauen und stoischer Mut auf Liebe und Zustimmung der Bürger trifft.

Auch die sauberen und schönen Strassen und Gebäude des “alten Tripolis” stechen im Gegensatz zu neueren Bildern in Auge. Die Libyer haben unendlich viel verloren.


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Was diese Verluste materiell bedeuten, zeigt das nachfolgende Video stimmungsvoll. Die ideellen Verluste sind unermesslich und vielfach irreparabel. Der NATO-Zivilistenschutz 2011 wird in Libyen unvergessen bleiben…


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jo on Oktober 28th, 2012

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Es heisst immer nur, dass die Leute in der Wüste zurück nach Bani Walid wollen… ich gehe aber davon aus, dass sie ebenfalls am Wegfahren gehindert werden und so seit 5 Tagen isoliert und zum Abschlachten bereit gehalten werden. Heute las ich auch davon, dass die Belagerer die Flüchtlinge nach Tawergha (der völlig verlassenen und zerstörten Stadt) bugsieren möchten – sicher nicht mit guten Hintergedanken…


 


 

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jo on Oktober 12th, 2012

von John Schacher

Die NTC-Söldner-Terrorbanden aus Misrata halten Bani Walid immer noch in eisernem Griff. Die Toten häufen sich und das Internationale Rote Kreuz hat “aufklärende” Delegation vor Ort in die Kriegszonen geschickt, von denen man hofft, daß sie die Wahrheit berichten. Man erinnere sich hier an Sirte 2011.

Die Bewohner von Bani Walid hoffen, daß die über das IRC (Rotes Kreuz) die volle Wahrheit über die Verwendung von Gasmunition und deren Opfer bekannt werden und die internationalen Medien “erreichen”. Ich befürchte, sie hoffen vergebens. Mehr zur Lage heute ist nicht nötig zu wissen.

Ein erstranginger Skandal aus den USA: die immer noch nichtexistente “US-Botschaft” in Benghazi, in der Botschafter Stevens und mindestens zwei weitere “US-Marines” getötet wurden, war dieser Tage Gespräch im Überwachungskomitee des US-Repräsentantenhauses. Zum Eklat kam es, als bekannt gegeben wurde, dass es sich bei der Anlage um ein Agentenzentrum mit mindestens 7-köpfiger schneller Eingreiftruppe aus (CIA- ?) Eliteeinheiten gehandelt hat. “Zur Ordnung, zur Ordnung!” schrie der republikanische Repräsentat aus Utah Jason Chaffetz. “wir berühren hier klassifiziertes Material”, fügte er noch hinzu. Das Material war jedoch nich geheim, sondern ein Satellitenbild eines kommerziellen Anbieters. Der Washigton Post gegenüber hatte ein ander Republikaner geäussert, dass es sich “hierbei nicht um FBI-Kräfte” gehandelt hat.

 

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jo on Oktober 6th, 2012

von John Schacher

Leider nichts wirklich Neues heute, aber Stimmung, Kampfesmut und “Miteinander” in Bani Walid sind beeindruckend.

Im Hintergrund sind deutlich die Kriegsruinen zu bemerken.


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jo on August 22nd, 2012

es war einmal…

von Hartmut Beyerl

Der Fall von Tripolis war nicht das Ergebnis eines Volksaufstands, sondern einer Operation von NATO-Spezialkräften. Am Ende besiegelte ein Überläufer das Schicksal der libyschen Hauptstadt.

17. Juli 1936. «Über ganz Spanien wolkenloser Himmel». Nach Ausstrahlung dieser Parole im Rundfunk beginnen Generale den monatelang geplanten Putsch gegen die spanische Republik. Massive Luftangriffe der italienischen und deutschen Faschisten auf das Land folgen.
20. August 2011. Überfall der NATO auf Tripolis. Die «Operation Mermaid Dawn» beginnt mit einem vom Fernsehen gesendeten Erkennungszeichen.

Am 30. März 2011 geht der Sender Libya al Ahrar (Libya TV), die «Medien­front der libyschen Revolution» in Doha/Katar auf Sendung. Betrieben wird er von dem seit 1976 im Exil leben­den Libyer Mahmud Shammam, der in den USA studierte und für das US-Magazin Newsweek arbeitete.

Am Nachmittag des 20. August 2011 strahlt Libya TV eine Rede von ­­Musta­fa Abd al Dschalil, dem Chef des Übergangsrats der Rebellen (National Tran­sition Council NTC) in Bengasi «an die Bewohner von Tripolis» aus: »You have to rise to the event», etwa «Ihr müsst euch erheben». Um 20.30 Uhr, als die Bewohner nach dem Fastenbrechen zu den Moscheen strömen, sendet Libya TV das Signal zum Überfall. Der Nachrichtensprecher verabschiedet sich: «Wahrlich, wir haben Euch den klaren Sieg gewährt.»

Ein bekannter Koranvers; doch in dieser Nacht ein Angriffssignal. Sofort begeben sich Mitglieder von Terrorzel­len auf die Straßen und greifen Kontrollposten und neuralgische Punkte der Stadt an. Eine Gruppe der von der NATO euphemistisch «Rebellen» genannten Killer besetzen die Ben-Nabi-Moschee im Stadtzentrum. Über die Lautsprecher beginnen sie Anti-Gaddafi-Gesänge, um den Beginn der Operation «Mermaid Dawn», den Kampf um Tripolis anzukündigen. (Tripolis wird wegen der Lage am Meer im Arabischen auch «Meerjungfrau/­Mermaid») genannt. Al Qaida zuzurechnen­de Algerier, Tunesier und Ägypter, die in den letzten Tagen in die Stadt einsickerten, eröffnen das Feuer auf die ­Liby­er. Andere besetzen das TV-Sendegebäude an der Alshat Road, das si­chert die Medienhoheit.

Die erste Phase von «Mermaid Dawn» hatte jedoch schon Stunden ­früher mit dem Angriff britischer Tornados auf die Kommunikationseinrich­tungen der Regierung begonnen. Prä­zisionslenkwaffen vom Typ Raytheon Paveway IV zerstörten den Sitz des Geheim­dienstes, Panzer, Artillerie, Flugabwehrgeschütze und Führungsstellen der Armee. An diesem Tag werden 46 Luftangriffe mit Brimstone Luft-Boden-Raketen geflogen.
SAS- und MI6-Offiziere hatten in Ben­gasi seit zehn Wochen am Angriffs­plan gearbeitet. Die taktischen Vorgaben der britischen Experten für die Rebellenführer liefen darauf hinaus, einen «Aufstand» in Tripolis auszulösen, der als Anlass für die NATO dienen kann, in die Stadt vorzustoßen. Schon seit Februar 2011 gingen MI6 und SAS-Männer in die Rebellenhochburg Bengasi, getarnt als Journalisten. Für CNN und BBC eine übliche Praxis. Die liby­sche Regierung ließ sie gewähren, obwohl ihre Identität bekannt war.

Die Planung der Operation nach dem Muster des Trojanischen Pferdes fand unter strengster Geheimhaltung statt. Federführend waren die SAS ­Special Forces, die britischen Sonderein­heiten, vor allem deren 22. Regiment. Seit April/Mai wurden in Bengasi junge Leute, auch aus Tripolis, von Ausbildern der SAS, aber auch aus Frankreich, Katar und den Emiraten im Straßenkampf und in Sabotage trainiert. Sie kehrten danach als Fischer getarnt über das Meer oder von Westen her durch die Berge nach Tripolis zurück.

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jo on Juni 25th, 2012

von John Schacher

Das erste, was man von dem totgehofften Schlächter Abdel Hakim Belhadj nach längerer Medienabsenz hört, ist bezeichnend für die libysche “Dämonkratie”. Im Rahmen einer einstimmenden Demütigung Mamudi´s in der Militarakademie Hadaba in Gegenwart des “Rebellen”- Kommandanten Sharif Khaled – der Premierminister Kaib und andere Spiessgesellen waren ebenfalls anwesend – spuckte Belhadj heute dem illegal ausgelieferten Regierungschef Libyens, Herrn Baghdadi al-Mahmudi mitten ins Gesicht und versprach ihm schärfste Folter, bis er auch das letzte Geheimnis ausgespuckt hätte.


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Ein gut informierte Quelle berichtet, dass der Regierungschef der Jamahiriya Al Baghdadi Mahmoudi mit einem Ambulanzfahrzeug wegen akuter Verschlechterung seiner Gesundheit verlegt wurde. Eine ihm vom Militärkommandanten der Stadt Trípolis, Abdel Hakim Belhadj, verordnete Folter habe eine Hämorrhagie (einen Blutsturz oder innere Blutung) verursacht.
Die “Rebellen” beginnen bereits Gerüchte über einen Selbstmordversuch von Mamudi zu verbreiten.

Viele Tunesier sind tief betroffen und fordern von ihrem Präsidenten den Rücktritt wegen des Skandals der Auslieferung von Mumudi. Zahlreiche (libysche) Stämme in Tunis mit etwa 6000 Kämpfern haben ein harte Antwort für den Verrat der tunesischen Regierung angekündigt.


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Lehrplan-Änderung á la NTC:

Ein Foto eines libyschen Lehrers, der von den Bestien des NATO-NTC gedemütigt und bedroht wird, damit er den Kindern Lügen über die “Wohltaten” der Verräter beibringt.

Westfront:

Nach dem Bombardement der beiden Städte Chakika und Mizdah mit Gas-Granaten unter dem Schweigen der NATO sowie der westlichen Medien geht die Schlächterei weiter:


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Misrata schickte einen riesigen Konvoi gegen Chakika und Mizdah, um gegen die Mchachiya-Stämme zu kämpfen:


 

Quelle: libia-sos.blogspot.de

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