Leonor Massanet

jo on April 12th, 2012

Leonor in Ghadames (Vergrößerung klicken)

von John Schacher

Heute ist es nun soweit: es geht um Ihr Geld! Nachdem wir hier sozusagen ideel einen recht stattlichen Kreis von Libyen-Supportern darstellen, der über die vergangenen Monate immer erfreulich konstantes Interesse am Wohl und Wehe des von den NATO-Verbrechern geplagten und geschundenen libyschen Volkes gezeigt hat, ist es nun an der Zeit, auch einmal etwas Greifbares abzuliefern und nicht nur gebannt an den (meist schlechten) Nachrichten aus Libyen zu hängen.

Dazu hat sich eine sehr schöne Gelegenheit ergeben: die Euch allen sicher bekannte Leonor Massanet (leonorenlibia.com) ist seit Ausbruch der Krise in Libyen ebenso wie wir täglich um Aufklärung der Allgemeinheit über die Kriegsverbrechen der Invasoren und die erbärmliche Lage der Zivilbevölkerung bemüht. Leonor selbst ist Psychologin und betreibt in Spanien eine Apotheke. Libyen und die Libyer(innen) sind ihre große Liebe. Doch dort regieren vielerorts Hunger und Elend, der Staat hilft nicht mehr.

Nun ist es so, dass Leonor sehr viele barmherzige Aktivitäten unterhält, die aber ihren finanziellen Rahmen weit übersteigen, wie sie mir im Briefwechsel berichtete. Sie versorgt beispielsweise Flüchtlinge  in Spanien vor Ort mit Medikamenten und Behandlungen, sendet Arzneien (die sie als Apothekerin – zudem in Spanien – deutlich billiger einkaufen kann als wir hier in BRD trotz inländischer Produktion) über Kontakte in Tunis nach Libyen hinein, möchte nun aber auch über aus dem Chaos herausgebildete seriöse Kontakte weitere direkte Hilfe organisieren. Gleichzeitig wird für Anfang Mai eine aus London abgehende größere Hilfslieferung zusammengestellt, ebenfalls von seriösen Friedensaktivisten (Moeen u.a.) organisiert und mit einem Verteilungsplan, der bis ins tiefste Libyen reicht. Über die offiziellen Kanäle kommt NICHTS bei den Notleidenden an – alles wird von den NTC-Amtsleuten auf dem Schwarzmarkt teuer verkauft oder sinnlos gehortet.

Ich möchte hiermit nun alle werten Leser bescheiden, aber mit Bestimmtheit auffordern, ihren Geldbeutel zu öffnen und trotz eigener Armut einen kleinen Betrag zu spenden. Und wenn es nur einer oder zwei Euros sind, setzen Sie sich bitte kurz hin und tätigen Sie eine Überweisung an:

Empfängerin: Leonor Massanet

IBAN: ES04 2100 1042 6702 0021 1031

SWIFT: CAIXESBBXXX

Verwendungszweck: Hensel-Hilfe-Libyen

Wer diese kleine Liebestat hinter sich gebracht hat, kann mit Fug und Recht sagen, “aktiv” geholfen und das den Libyer(innen) angetane Unrecht etwas gemildert zu haben. Gutes Karma! Ohne jeglichen Verlust wie bei den berüchtigten Großorganisationen wird jeder Cent unserer Spenden sich Richtung Libyen bewegen und dort Freude und Hoffnung erzeugen.

Leonor kümmert sich als Frau natürlich besonders um die Unterstützung von Frauen und Kindern, gerade Opfer von Gewalt und Sexualverbrechen brauchen schnelle Hilfe – es sind unglaublich viele und werden täglich mehr! Yvonne, eine Freundin und Leserin aus der Schweiz bemüht sich beispielsweise in diesen Tagen um Frauenbinden und Unterwäsche ab Werk… So könnte man eines ans andere reihen…

Zeigen wir den Opfern unserer westlichen Regierungen Solidarität, zeigen wir ihnen, dass wir Normal-Bürger mit ihnen und ihrem Freiheitskampf sind, dass wir zwar auch machtlose Opfer der Umstände waren und sind, sie aber nicht vergessen werden. Lasst uns einen Bund des guten Gewissens schliessen und bewusst auf einen kleinen Betrag zugunsten eines größeren Zwecks verzichten, ich bitte Euch nochmals herzlich darum.

Zudem werde ich die Betreiber einiger befreundeter Blogs anschreiben, gleichfalls die Spendentrommel für Leonor zu rühren. In diesem Sinne

john schacher

Ein Song des Grünen Widerstandes:


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PS: Möge sich bitte jeder Blogger frei fühlen, sich unserer Aktion anzuschliessen, d.h. unseren Hilfeaufruf ganz oder teilweise zu übernehmen – jeweils möglichst unter Nutzung der eigenen Website beim Verwendungszweck… das Informieren der Blogbetreiber im einzelnen ist schwierig – es besteht ein hoher Nachrüstbedarf bei den Kontaktformularen vieler Seiten. WARNUNG für Blogbetreiber: ein nicht vorhandenes Impressum ist ein teurer Abmahngrund!

 

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jo on November 11th, 2011

Leonor in Ghadames (Vergrößerung klicken)

von John Schacher

Seit dem 8. November ist Leonores spanisch- und englischsprachiger Libyenblog (leonorenlibia. blogspot.com) geschlossen. Dies sorgte bereits bei zahlreichen Freunden und Unterstützern der libyschen Sache für Rätselraten und Enttäuschung. Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme mit einer Leserin aus der Schweiz können wir hier die originale Stellungnahme von Leonor Massanet veröffentlichen. Leonor ist als Psychologin und Pharmakologin (Apothekerin) tätig und hat sich mit dem Blog auch zeitlich sehr viel zugemutet. Ihre Botschaft an uns lautet:

Hola, (liebe Leser),

ich danke Euch herzlich, dass ihr euch um mich sorgt. Die libyschen Personen, die mich früher jeden Tag stundenlang über die aktuellen Vorkommnisse informierten, haben vor einem Monat aprupt damit aufgehört. Können auch zwei Monate sein, ich habe ein wenig die Orientierung verloren. Von da an empfing ich Infos nur noch über Twitter oder von mir unbekannten Leuten, nicht mehr wie früher täglich direkt von meinen Freunden, die ich auch perfekt verstehen konnte.

Danach blockierte die NATO die Kommunikationsverbindungen, bombardierte die Sendemasten, das Fernsehen etc. Sie verhindern eine Verständigung der Libyer sowohl im Inland untereinander, als auch nach Aussen hin. Die NATO bedroht Libyer, die mit dem Ausland kommunizieren, mit der Exekution und hört alle Gespräche mit, weshalb mich meine libyschen Freunde gebeten hatten, den Blog schnellstmöglich zu schliessen. Vor etwa 15 Tagen baten sie mich dies, einfach weil sie ihre Leben in Gefahr sehen. Heute riefen sie mich an und baten nochmals: “bitte schliesse den Blog”.

Ausserdem arbeiten die Stämme hart daran, ein wenig Normalität in ihre Städte einkehren zu lassen, wissend dass niemand ihnen zu Hilfe kommen wird, dass die ganze Welt ihnen den Rücken zudreht und dass die Agressoren nicht aufzuhalten sind. Alle sind sehr traurig, hoffnungslos, erschöpft… aber niemand will mehr über die Ereignisse reden, alle wollen neu anfangen. Sie erklärten mir, dass ich ihnen mit dem Blog Schaden zufüge und selbst auch nicht mehr nach Libyen reisen könnte.

Ihr habt gesehen, dass ich den Blog erst nicht völlig geschlossen habe und erwarte eine Zusammenarbeit mit “ojos para la paz” (Augen für den Frieden). Über sie werde ich weiter informieren. In diesen Augenblicken fühle ich mich sehr schuldig nicht weiterzumachen, denke jedoch gleichzeitig, dass dies meine Verpflichtung ist. Auch bin ich keine Journalistin, sondern nur jemand, der Libyen und die Libyer liebt und dabei helfen möchte, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ich hoffe weiterhin über Libyen berichten und wo immer möglich Libyern helfen zu können, was ja der eigentliche Zweck des Blogs war und ist. Ihr könnt auch bei Facebook zu “ojos para la paz” kommen.

Ich hoffe, wir bleiben in Kontakt und verbleibe mit einer Umarmung

Leonor

Leptis Magna Libyen

Fazit: In Anbetracht dieser Hintergründe können wir nur zu gut verstehen, wie weit die Eine-Welt-Diktatur schon gediehen ist. Bis hin zum letzten Telefonat ist es heute unmöglich, ohne Wissen der uns regierenden Verbrecher zu agieren. Das uns im Moment so hilfreich erscheinende Internet trägt die allergrößten Risiken direkt in unsere Intimsphäre. Nun haben wir in der Realität gesehen, wie weit das geht. Aber auch, wieviel Angst die NATO vor der Wahrheit hat. Zudem es sich ja nicht um Geheimdienstler, sondern nur um Telefonate von Bürgern handelt… Zahlreiche dieser Bürger wurden abgehört, registriert, geortet und gezielt vernichtet – vor allem gegen Ende der Sirte-Belagerung gab es viele Opfer. Wer nicht direkt angegriffen wird, kommt auf NATO-Listen, die dann den NTC-Bütteln zur Abarbeitung (Todesliste) gegeben werden. Mittlerweile werden auch Berichte bekannt, in denen “nur” von Haft und Folter für die “Auslands-Telefonierer” die Rede ist, nicht mehr gleich von Erschiessung wie noch vor kurzem üblich. All dies auf Leonor zurückführend bleibt es

DANKE, TAUSENMAL DANKE, LIEBE UND GESCHÄTZTE LEONOR

zu sagen. Möge Dein Weg ein schöner sein!

Allah, Muammar, Libya, wa bas

 

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Aktion UBERWACH!