Schlagwort-Archiv: Dschamahirija

Libyen: ein Begräbnis erster Klasse für die US-amerikanischen Pläne zur Umgestaltung des Nahen Ostens

VIVA LIBIA LIBREvon Angelika Gutsche

Neue Nachrichten erreichen uns aus Bengasi, der im Osten Libyens gelegenen Stadt, in der schon die amerikanische Botschaft gestürmt und deren Botschafter Stevens getötet wurde. Wiederum ist Bengasi der Ausgangspunkt von schweren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungsmilizen und Aufständischen, die den Dschamahirija-Anhängern zugerechnet werden.

Libyen ist nicht Afghanistan, hier leben keine wilden Bergstämme, in denen sich ein mittelalterlicher Islamismus mit einem kämpferischen Ehrenkodex paart. Unter Gaddafi war der Schulbesuch für alle Kinder – ob Jungen oder Mädchen – Pflicht, viele Libyer studierten im europäischen Ausland. Libyen liegt nicht am Hindukusch, sondern am Mittelmeer, nur einen Steinwurf von Malta und Sizilien, also der Europäischen Union entfernt. Dazu steht auch nicht im Widerspruch, dass überproportional viele Libyer unter den Dschihadisten sind, die sich in Afghanistan und anderswo der Al Kaida anschlossen. In einem Land, in dem der islamistische Extremismus keine Chance hatte, bleibt nur der Gang ins Ausland.

Libya Man Mader River stolen truck by rebels NTCLibyen war auch kein armes Land, dessen Menschen von einer kargen Landwirtschaft leben, sondern das Land war durch seine Öl-, Gas- und Wasservorkommen reich und die große Mehrzahl der Bevölkerung wohlhabend. Viele Gastarbeiter aus den umliegenden Ländern fanden in Libyen einen Broterwerb, die einfachen Arbeiten ließ man von Immigranten aus Schwarzafrika verrichten. Deshalb wird die bisherige und auch die weitere politische Entwicklung nicht mit jener in Ägypten oder Tunesien zu vergleichen sein, in deren Gesellschaften immer mehr Menschen in immer größere Armut abrutschen. Auch wurden in diesen Ländern die neuen politischen Verhältnisse nicht durch Nato-Bomben erzwungen.

Wie jetzt auch in Syrien wurden in Libyen die bewaffneten Kämpfe gegen die Regierung in der Hauptsache von radikalen islamistischen Brigaden getragen, die vom Westen und den Golfstaaten mit Waffen und Geld versorgt wurden. Und genauso wie in Syrien, wo laut seriösen Umfragen inzwischen etwa siebzig Prozent der Syrer Assad unterstützen sollen1, kann auch in Libyen der politische Islamismus mit keiner Mehrheit in der Bevölkerung rechnen.

Im Jahre 2011 war es trotz der immensen Unterstützung aus dem Westen und den Golfstaaten und der militärischen Schwäche Gaddafis den „Aufständischen“-Brigaden auch nach monatelangen Kämpfen nicht gelungen, einen Sieg über die regulären Truppen zu erzielen. Im Gegenteil, die „Aufständischen“ wurden immer weiter zurückgedrängt und nur die hemmungslose Bombardierung des Landes durch die Nato und deren Einsatz von Spezialeinheiten konnte ihre Niederlage und einen Sieg der libyschen Armee verhindern2. Die Islamisten fanden bei der libyschen Bevölkerung nicht den nötigen Rückhalt, genauso wie große Teile des libyschen Volkes das Eingreifen der Nato verurteilten, die mit ihren Bomben die gesamte Infrastruktur des Landes zerstörte und Zehntausende von Toten hinterließ. Auch wenn etliche Libyer inzwischen das System Gaddafi als überholt ansahen und sich eine ernst zu nehmende Opposition gebildet hatte, war das Letzte was man sich wünschte, dass Islamisten die Macht im Land übernahmen und der Westen Libyen und damit seine Öl- und Wasservorkommen kontrolliert.

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Analyse Libyen: Wurde eine Allianz der Jamahiriya mit Zintan geschmiedet?

von Inomine bei My-Metropolis

Letzten Meldungen zufolge verdichten sich die Hinweise, dass Zintan eine Allianz mit dem grünen Widerstand (Jamahiriya) in Libyen eingegangen ist.


Schon gestern musste man bei Reuters (1) verschämt eingestehen, dass die Deadline für eine Auslieferung Saif Al-Islam Gaddafis an den internationalen Känguruh-Strafge-richtshof von Den Haag (ICC) ergebnislos verstrichen ist – man nennt dies natürlich: „Libyen habe noch nicht bekanntgegeben, ob Saif nun im Land oder in Den Haag angeklagt wird und braucht mehr Zeit.“

Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass diesem „Gericht“ zum „Staatsbesuch“ des wegen Vökermord per Haftbefehl gesuchten „Präsidenten“ des Sudan, Omar Hassan al-Bashir, in Libyen nichts zu sagen hat und ihm schon gar nichts zum Thema „Auslieferung“ einfällt.
Unabhängige Journalisten haben sogar schon Fantasien von einem libyschen Premierminister namens Saif Al-Islam Gaddafi. (2)


Nachdem nun dieses „Utimatum“ verstrichen ist häufen sich Meldungen, dass die nordatlantische Terrororganisation am heutigen Mittwoch wieder ihr grausames Werk begonnen hat und nicht nur Sabha (3), sondern im speziellen Zintan massivst bombardiert haben soll. In Zintan soll ein Terroranschlag der NATO einem Waffenlager und zwei weitere einem Armeelager gegolten haben (4).
Man spekuliert auch darüber, ob nun die NATO Zintan als „Grünen Widerstand betrachtet und die Angriffe der Einschüchterung dienen sollen.


Wie dem auch sei, halten wir uns rein an die Fakten. Während Reuters & Co. was von einer fairen Verhandlung und dem Bestellen eines Verteidigers für den Gaddafi-Sohn faseln, bezeichnen Libyen-Experten und Einheimische wie Dr. Yusuf Shakir (5), das Bergvolk von Zintan mittlerweile öffentlich als „Brüder“ und erklären unisono das es Saif an nichts mangelt und es ihm hervorragend erginge.


Was ist nun tatsächliche „Sache“?
Der Osten Libyens scheint verloren.

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Libyens Jamahiriya lebt – eine wichtige Erklärung

aus dem Französischen von Einar Schlereth

Dies ist eine sehr wichtige und notwendige Erklärung. Mit allem Recht wird festgehalten, dass alles, was von den internationalen Medien des Mainstream oder auch von sozialen Netzwerken an Erklärungen geliefert wird, auch alles was an Verordnungen, Gesetzen, Dekreten und Direktiven von der zeitweilig in Tripolis installierten F-UK-USRAEL/NATO-Gangsterbande herauskommt, schlicht Makulatur ist. Dieses Verbrechen in der Größenordnung der Installierung des Zionisten-Gebildes in Palästina, der völligen Zerstörung Afghanistans und Iraks, muss und wird eines Tages gerächt werden, mit und ohne Tribunale.

Es sollte sich auch niemand mit dem Wert des Grünen Buchs oder der Grünen Charta aufhalten. Dies ist allein Sache des libyschen Volkes. Im jetzigen Freiheitskampf spielt es für den Widerstand eine wichtige Rolle, was wir akzeptieren müssen. Und es ist auf jeden Fall eine wertvollere Richtschnur als die Richtschnur der Raffgier, des Kolonialismus und Rassismus der Räuberbanden, die wie Heuschrecken über Libyen hergefallen sind.
Unsere einzige Aufgabe ist es, dem libyschen Volk in jeder erdenklichen Weise zu helfen, Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung wiederzugewinnen.

von Mathaba
am 1. Dezember 2011

Eine Quelle von Mathaba hat ein richtungweisendes Dokument in 8 Punkten veröffentlicht bezüglich der Stellung von Seif al-Islam al-Gaddafi und der grünen Jamahiriya-Bewegung.

Bild: my-metropolis.eu

1. Seif al-Islam al-Gaddafi ist weder der Chef des Widerstandes noch der libyschen Revolution. Er ist ein libyscher Bürger wie jeder andere, dem seine Rechte und Freiheiten von der großen Grünen Charta der Menschenrechte und -freiheiten garantiert sind, die seit 1988 von den Volkskonferenzen gesetzlich festgelegt wurden. Sein individueller Status beeinflusst nicht den grünen libyschen Widerstand, der um die Wiederherstellung dieser Rechte und Freiheiten kämpft, die durch die Söldnerinvasion und die Besetzung des libyschen Territoriums zerstört wurden, eine Situation, die von der Masse des Volkes und allen wahrheitsliebenden Menschen verworfen wird.
2. Seif al-Islam trägt zusammen mit anderen Personen eine erhebliche Verantwortung für die Verfälschung des Jamahiriya-Systems der direkten, partizipativen Demokratie, indem er dazu beigetragen hat, zahlreiche Agenten zu wichtigen Positionen zu verhelfen, die den Weg für die Verschwörung gegen die Jamahiriya Al-Fateh frei machten. Er hat seine Irrtümer gestanden und hat ein öffentliches, ehrliches Schuldgeständnis geleistet und hat am bewaffneten Widerstandskampf zur Verteidigung der Rechte und Freiheiten des libyschen Volkes an der Seite des Volkes teilgenommen.
3. Nur eine kompetente Behörde kann unter Berufung auf die Jamahiriya eine vollständige Untersuchung aller Machtübergriffe oder Verfälschungen der libyschen Gesetze einleiten und ein Urteil in dieser Frage fällen. Die fremden imperialistischen Gebilde haben keinerlei Rechtsgeschichte, haben keinerlei Wunsch nach Gerechtigkeit und haben keinerlei Mechanismus für Rechtsprechung und sind folglich Nicht-Gebilde im Bereich der Justiz. Alle die internationalen Organisationen für Menschenrechte stehen entblößt vor der Welt da, an der Seite der Medienorgane, der Regierungen und anderer internationaler Organisationen im Widerspruch zu den Interessen und Wünschen der Menschen der Welt. Sie müssen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt werden.
4. In den vergangenen Wochen und Monaten sind auf verschiedenen Blogs und Netzen sozialer Medien falsche Erklärungen publiziert worden, von denen einige Seif al-Islam al-Gaddafi und anderen wichtigen Persönlichkeiten zugesprochen wurden. Es ist nicht möglich, bei jeder falschen Erklärung ein Dementi zu liefern. Der totale Black-out der Kommunikationen und Medien durch die euro-amerikanischen Armeen und die arabischen Söldner ist durchgesetzt worden. Die Führung hat kein Konto bei den sozialen Medien. Die Medienkonten von Seif al-Islam sind seit Beginn der Verschwörung gesperrt worden. Die sozialen Medien und die Blogs sind kein Mittel mehr zur Verbreitung von Mitteilungen und das gilt für alle Mitglieder der Familie Gaddafi.
5. Der Kampf hängt nicht von dem ab, was die Medien oder gewisse Persönlichkeiten sagen. Die Rechte und Freiheiten der Jamahiriya sind in den Herzen aller freien Libyer und aller freiheitsliebenden Menschen verwurzelt. Alle Töne, Bilder und Videos können gefälscht und manipuliert werden. Das Grüne Buch bleibt unverändert, die Grüne Charta ist unverändert, die Politik von 2010 ist unverändert wie auch die Konferenzen des Volkes der arabisch-libyschen und sozialistischen Volks-Jamahiriya ohne die Vermittlung von Abgeordneten, die jetzt daran gehindert werden zusammenzutreten und an demokratischen Wahlen teilzunehmen durch den Libyen aufgezwungenen euro-amerikanischen Krieg in Kollaboration mit al-Qaida sowie den Söldnern und Diktaturen vom Golf.
6. Wenn eine Person verschwindet, jede Kommunikation verliert, zum Märtyrer wird, ermordet oder gefangen gehalten wird oder sonstwie behindert wird, so hat das keinen Einfluss auf die Ziele des Widerstandes, d. h. die Rückkehr des libyschen Volkes an die Macht und die Wiederherstellung der Rechte und Freiheiten der Grünen Charta. Das beeinflusst auch nicht das weltweite Aufblühen von Komitees der Grünen Charta, damit die Autorität des Volkes an Kraft und Dynamik gewinnt. Jede Maßnahme, die von den Feinden der Freiheit in Libyen getroffen wird, unterstreicht nur die edlen und reinen Prinzipien der internationalen Bewegung der Grünen Charta.
7. Die Natur der Bewegung der Grünen Charta, die auch die revolutionären Komitees umfasst, ist, dass sie nicht von Personen gelenkt wird, sondern von einer klaren Ideologie und einer Plattform. Diese Ideologie, die Dritte Universale Theorie, ist im Grünen Buch dargelegt und die Plattform ist die Grüne Charta. Die Organisation der Internationalen Volkskonferenzen und der Bewegung der Grünen Charta müssen eindeutigere Definitionen und Parameter veröffentlichen, um die Arbeit der Volkskomitees und -konferenzen zu erläutern, damit in der ganzen Welt die Bewegung für die Freiheit und die partizipative Demokratie einen Bezugspunkt bekommt trotz der Zerstörung der Webseiten der libyschen Jamahiriya.
8. Die Priorität und die erforderliche Hilfe von allen Unterstützern in der Welt, und die von der libyschen Jamahiriya erwartet wird, ist nicht eine Debatte über die Wahrhaftigkeit der  verschiedenen Nachrichten, die von den feindlichen Medien ausposaunt werden, sondern die fortlaufende Arbeit, um die schweren und real geschehenen Verbrechen zu sammeln und zu dokumentieren, das Grüne Buch zu studieren, als ein Mittel, um die Freiheiten und Rechte der Grünen Charta in allen Gesellschaften zu erreichen und eine Bewegung der Grünen Charta weltweit zu errichten, indem man die Informationen und Kenntnisse über die Verwirklichung der Jamahiriya mit anderen teilt und die Lehren des Führers der Revolution, Muammar Gaddafi studiert und verbreitet.

Aus dem Französischen von Einar Schlereth – vielen Dank!