erschienen bei einartysken
von Einar Schlereth
Der Golf von Mexiko produziert schrecklich verstümmelte und mit Tumor behaftete Garnelen, Fische mit eiternden Wunden, unterentwickelte Krabben, die keine Klauen haben, Krebse ohne Augen und Schlimmeres.
Ein Amerikaner schreibt mir in einem Mail, er habe 2 Versionen dieser Story gesehen, eine von Associated Press und eine von Al Dschasira. CNN, FOX, MSNBC haben nichts dazu zu sagen. Bei AP wird schönfärberisch von Meerestieren mit Krankheiten gesprochen, die Forscher finden, die von BP bezahlt werden, und die behaupten, die Ursache sei „ein Rätsel“.
Das Al Dschasira-Video geht in die Tiefe und interviewt einige unabhängige Forscher und Meeresbiologen, diskutiert die Implikationen für das Meeresleben im Golf und legt im Detail dar, inwieweit es mit der BP-Ölkatastrophe zu tun hat.“
Leider kann ich es nicht hochladen – hat wohl mit Adobe oder YouTube zu tun.
Hier das erste Video – auf der Seite liegen noch mehr über die Katastrophe.
Eine Ursache war dieselbe in beiden Fällen: die Benutzung einer Geld sparenden Technik – das Loch mit „schnell trocknendem“ Zement zu stopfen. Durch Verheimlichung dieser Pfennigfuchser-Methode konnte BP mit dieser gefährlichen Methode im Gold weitermachen – und verursachte die schlimmste Ölkatastrophe der US-Geschichte.
Tags: BP Deepwater Horizon, BP-Unfall Kaspische See, Corexit-Folgen, Exxon Valdez, Umweltkatastrofen BP, Umweltverbrechen BP
Spekulant des Tages: Fabrice Tourre
7. Mai 2010
http://www.jungewelt.de/2010/05-07/045.php
Spekulant des Tages: Fabrice Tourre
Dem Bankenriesen Goldman Sachs, gegen den die US-Staatsanwaltschaft derzeit im Zusammenhang mit dem Verkauf von Schrottimmobilien in einem gigantischen Betrugsprozeß ermittelt, steht vor einem neuen PR-Desaster. Am Mittwoch gestand der Welt größter Finanzkonzern ein, »daß er mit erheblichen finanziellen Mitteln auf eine Ölpest im Golf von Mexiko spekuliert hat«, und das ausgerechnet einen Tag bevor dort eine der großen Bohrinseln im Meer versank. Das Eingeständnis kommt zu einem Zeitpunkt, da sich die US-Bevölkerung über den immer größer werdenden Ölteppich entsetzt, der eines der paradiesischsten, aber auch empfindlichsten Ökosysteme des Landes bedroht. Aus dem abgebrochenen Rohr der gesunkenen BP-Bohrinsel sprudeln täglich 800000 Liter Öl. Die Katastrophe gilt als die schlimmste in den USA seit dem Untergang des Tankers »Exxon Valdez« vor mehr als 20 Jahren.
Zu der Ölpest konnte es jedoch nur kommen, weil der Großkonzern BP zwecks Profitmaximierung auf rudimentärste Sicherheitsmaßnahmen verzichtet hatte, nämlich am Bohrloch am Meeresboden einen ferngesteuerten Verschluß anzubringen, der bei einem Unfall den Ölfluß stoppt.Aus Kostengründen hatte BP auf das nur eine halbe Million teure System verzichtet. Ein Desaster war also programmiert. Und genau daran wollte Goldman Sachs kräftig verdienen. Die Spekulation flog auf durch E-Mails des Goldman-Sachs-Topmanagers Fabrice Tourre, die im Rahmen der Betrugsermittlungen überprüft worden waren. Tourre, der sich selbst gern als »sagenhafter Fab« bezeichnete, hatte in einem Schreiben an eine Freundin geprahlt, daß Goldman Sachs jetzt auf eine Ölpest im Golf von Mexiko spekuliert. »Wenn auch nur eine Ölplattform absäuft, dann schwimmen wir im Geld«, schrieb er. Zynisch fügte Tourre hinzu: »Ihr Fischchen und Vögelchen, ihr könnt mich mal.«
Dafür schweigt Greenpisse zum “Golf von Mexiko” sehr beredt.