von Nina von Hardenberg

Die Bundesregierung verordnet den Kliniken mehr Sauberkeit. Den Ärzten sollte peinlich sein, dass die Politik ihnen die Hygiene-Regeln diktieren muss.

Händewaschen kann Menschenleben retten. Diese einfache Weisheit hat bereits 1847 der Arzt Ignaz Semmelweis erkannt, der als Begründer der Antisepsis gilt. Wie kann es also sein, dass 160 Jahre später in Deutschland immer noch Tausende Patienten pro Jahr an vermeidbaren Infektionen sterben? Dies ist ein Zeugnis ärztlichen Scheiterns in einem Land, das sich seiner Hochleistungsmedizin rühmt, und in dem etwa die Verpflanzung eines Organs schon fast ein Routineeingriff ist. Doch das Basiswissen der Medizin ist offenbar im Alltag vieler Ärzte und Pfleger nicht angekommen.

Eigentlich müsste es den Ärzten peinlich sein, dass sich die Bundesregierung genötigt fühlt, eine Selbstverständlichkeit ins Gesetz zu schreiben: Ärzte müssen im Kampf gegen Infektionen künftig den Stand des medizinischen Wissens beachten. Klinikleiter werden verpflichtet, die aktuellen Hygiene-Regeln, die das Robert-Koch-Institut aufstellt, zu kennen und an ihre Mitarbeiter weiterzugeben. Das klingt trivial, ist es aber nicht. Denn durch die Erwähnung im Gesetz bekommen die alten Standards neues Gewicht. Sie können nicht mehr so leicht ignoriert werden. Die Regierung macht klar: Hygiene ist kein Luxusproblem. Der Kampf gegen resistente Keime ist eine gesellschaftliche Aufgabe, hinter der andere Interessen zurückstehen müssen.

Das ist wichtig, denn der einzelne Arzt befindet sich in einem Konflikt. Hat er nur seinen Patienten im Blick, so tut er diesem vielleicht im Einzelfall etwas Gutes, wenn er ihm das neueste Antibiotikum verschreibt oder eines, das eine ganze Bandbreite von Erregern bekämpft. Der Gesellschaft aber schadet ein solch unreflektierter Einsatz von Medikamenten; führt er doch dazu, dass immer mehr Keime kaum noch auf Antibiotika reagieren.


Interessenkonflikte behindern auch an anderen Stellen den Kampf gegen die Keime. So konnten es sich niedergelassene Ärzte bislang nicht immer vergüten lassen, wenn sie Patienten von Bakterien befreiten. Es ist richtig, dass dies künftig gesondert bezahlt werden soll. Ärzte werden Patienten dann behandeln, bevor sie ins Krankenhaus kommen und dort andere anstecken. Sie helfen so die Ausbreitung der Keime einzudämmen.

Hygiene kostet

Auch den Krankenhäusern fehlte bislang der Anreiz, ihre Patienten konsequent auf Bakterien zu untersuchen. Zwar gilt eine Operation, bei der resistente Keime in die Wunde gelangen, als medizinischer GAU. Nicht nur der Patient ist dann akut gefährdet, muss Komplikationen, Folgeoperationen und zusätzliches Leid ertragen. Auch das Krankenhaus zahlt bis zu 20.000 Euro an zusätzlichen Behandlungskosten.

Trotzdem drücken sich immer noch viele Häuser um ein konsequentes Patienten-Screening. Denn wer viel sucht, findet auch viel. Die Behandlung, mit der die Patienten von den Bakterien befreit werden, kostet aber ebenfalls Geld, das die Kassen nur zum Teil erstatten. Manch ein Haus ignoriert deshalb die Gefahr, hofft, dass alles gut geht und dass die Infektion – wenn überhaupt – vielleicht erst bei einem nächsten Klinikaufenthalt bei der Konkurrenz ausbricht.

Hygiene gibt es nicht gratis. Das gilt auch für den Personalbedarf in den Kliniken. Es ist leicht, über nachlässige Schwestern zu schimpfen, die sich die Hände nicht desinfizieren und dann das Hygiene-Musterland Niederlande zu loben. Ehrlicher wäre, wenn dazu gesagt würde, dass es dort auf Intensivstationen fast eine Eins-zu-eins-Betreuung gibt. Wer aber nur einen Kranken betreut, kann so leicht keine weiteren anstecken.

Deutschland ist gut im Kurieren von Krankheiten, im Vermeiden von Leid aber kann die Medizin noch viel lernen. Es ist eine undankbare Aufgabe, denn anders als für eine spektakuläre Heilung gibt es für verhindertes Leid keinen Applaus. Es ist aber zugleich eine noble Aufgabe. Sie verdient mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung. Die neuen Hygiene-Regeln sind ein erster guter Schritt.

Quelle: SZ

 

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jo on März 15th, 2011
Von Claudia Füssler

Seit Jahren versuchen Biologen, das Massensterben der Bienen zu ergründen. Die Insekten sterben nicht nur in Europa und Amerika – auch im Nahen Osten sind bis zu 85 Prozent aller Kolonien verendet.

Eingeschleppte Parasiten, neue Pestizide, zerstörte Lebensräume und der Klimawandel – sie alle stehen im Verdacht, dem Leben der Honigbienen ein vorzeitiges Ende zu bereiten.

Und das in immer größerem Ausmaß: In den vergangenen Jahren ist die Bienenpopulation in Europa um zehn bis 30 Prozent zurückgegangen, in den USA um 30 Prozent und im Nahen Osten sogar um 85 Prozent. Das geht aus einem Bericht hervor, den Experten von Unep, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, jüngst in Genf vorgestellt haben.

Demnach haben nicht nur Nordamerika und Europa mit einem mitunter massiven Bienensterben zu kämpfen, auch in Ägypten, Japan und China melden Imker teils hohe Verluste. “Das Problem ist, dass das Bienensterben als Bedrohung kaum wahrgenommen wird”, sagt die Biologin Melanie von Orlow vom Naturschutzbund, “nicht alle Katastrophen stellen sich uns so deutlich dar wie jetzt die in Japan.”


Seit Jahren schon versuchen Biologen und Ökologen, das geheimnisvolle Massensterben zu ergründen, das als “Colony Collapse Disorder” (CCD) bezeichnet wird. Als ein großes Bienensterben vor fünf Jahren in Nordamerika und ein Jahr später auch in Europa begann, herrschte großes Rätselraten über die Ursachen. Als potentielle Kandidaten wurden neben der in den 1970er-Jahren aus Asien eingeschleppten Varroamilbe und Insektiziden wie Clotianidin auch Elektrosmog oder gentechnisch veränderter Mais gehandelt.

Sowohl Mobilfunk- als auch Gentechnikgegner lagen mit ihren Anschuldigungen falsch, in verschiedenen Studien konnte kein Zusammenhang nachgewiesen werden. Auch die Varroamilbe – der gefährlichste Parasit für Bienen – wurde nicht bei jedem verendeten Volk gefunden. Der Schluss liegt deshalb nahe, dass es sich um einen Mix aus mehreren Faktoren handelt. Doch selbst hier bewegen sich die Wissenschaftler – wie jetzt auch die UN-Experten – oft im spekulativen Bereich.

Die Honigbiene ist nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier. Zwar sorgen auch Schmetterlinge, Motten oder Fliegen mit ihrem Flug von Blüte zu Blüte dafür, dass Pflanzen befruchtet werden und sich fortpflanzen können. Die Biene aber ist der bedeutendste Bestäuber. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass von 100 Nutzpflanzen wie Früchten, Nüssen und Getreiden, die weltweit 90 Prozent der Nahrungsmittel stellen, 71 hauptsächlich von Honigbienen bestäubt werden.

Damit die Biene ihren Job erledigen kann, muss sie bei Kräften sein. Ein geschwächtes Volk übersteht den Winter nicht. “Die zunehmenden Monokulturen sind nicht als Bienenweiden geeignet, einseitige Ernährung schwächt die Bienen und vor allem ihre Larven”, sagt Bienenforscher Dietmar Wittmann von der Universität Bonn. Wie der Mensch braucht auch die Biene eine gesunde Mischkost, um Angreifer abwehren zu können.

Davon gibt es inzwischen mehr als vor zehn, zwanzig Jahren: Pflanzenschutzmittel beispielsweise, die aufgrund ihrer erhöhten Komplexität viel toxischer auf die Bienen wirken. Aber auch neue Schädlinge wie Pilze, Viren oder Milben, die über die globalisierten Handelswege eingeschleppt worden sind. “Bienen sind geplagte Tiere”, sagt Wittmann. “Wir kennen allein zehn verschiedene Viren, die sich gern in Völkern festsetzen, dazu kommen mehrere Bakterien und natürlich die Varroamilbe.”

Aber: Eine geplagte Biene muss nicht unbedingt eine tote Biene sein. Hier liegt ein großer Teil der Verantwortung beim Imker. “Früher war es ein eher ruhiges Geschäft, sich Bienen zu halten. Im Vergleich dazu erfordern Pflege und Behandlung eines Volkes heute viel mehr Aufwand und Know-how”, sagt Wittmann. Ein Imker aber, der seine Bienen fachgerecht einwintert und Krankheiten mit den richtigen Methoden – zum Beispiel Ameisensäure gegen Varroamilben – zu Leibe rückt, hat gute Chancen, seine Tiere über die kalte Jahreszeit zu bringen.

Keinen Einfluss haben Imker hingegen auf drei Faktoren, die die UN-Experten – wenn auch mit vielen Einschränkungen – als mitverantwortlich für das Bienensterben sehen: die Luftverschmutzung, die Zerstörung von Lebensräumen und damit Nahrungsgrundlagen sowie den Klimawandel, der sich auf die Blühzeiten der Pflanzen auswirke.

“Dabei kann hier jeder Einzelne etwas tun, das fängt schon bei so einfachen Dingen wie dem regionalen Bio-Einkauf an“, sagt die Biologin von Orlow vom Naturschutzbund. Und auch die Autoren des UN-Berichts fordern einen bewussteren Umgang mit der Ressource Biene: Deren Bestäubung sei keine kostenlose Dienstleistung, sondern eine, in die man ein wenig investieren muss, um sie zu schützen und zu erhalten.

Quelle: SZ

 

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Am kommenden Freitag, den 18. März wird der Bundesrat auf Antrag einiger Bundesländer über die Saatgutregelung entscheiden. Da viele Politiker weder auf Bürgerinitiativen oder Unterschriftensammlungen reagieren, müssen wir einen anderen Weg gehen, unsere gesunden Futter- und Lebensmittel zu erhalten. Hier entscheiden die Vertreter der Bundesländer und die Agrarminister. Da es hier aber nicht um irgendeine Entscheidung geht, sondern um Alles oder Nichts, sind alle politisch Verantwortlichen, von den Kommunen bis ganz oben, gefragt. Es ist deren Pflicht, auf die hier entscheidenden Personen einzuwirken, sauberes Saatgut zu erhalten. Die Ausrede, „das entscheiden die da oben an der Parteispitze“ nehmen wir nicht mehr an. Dann konfrontiert euere Parteispitzen, diesen historischen Fehler nicht zu machen. „Für unbeliebte Entscheidungen waren es immer die anderen und für gute Sachen tun wir so, als hätten wir es selbst fertig gebracht“. Tut nicht so, als würden euch die Oberen nicht hören. Wir werden auch Sie als Regionalpolitiker zur Verantwortung heranziehen.

 

Alle Bürger sind aufgerufen, alle politisch Verantwortlichen, von unten bis oben, aufzufordern, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, das die Nulltoleranz beim Saatgut bleibt. Bitte setzen Sie sich umgehend mit allen Politikern in Ihrer Region in Verbindung, damit diese den erforderlichen Druck nach oben aufbauen. Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern um unsere gesunde und freie Zukunft  -  und nicht vorrangig um die Interessen der Konzerne.

 

Verschiedene Organisationen haben bereits angekündigt, das Abstimmungsverhalten der einzelnen Politiker und die Initiative der regionalen Politiker genau unter die Lupe zu nehmen und bei den nächsten Wahlen zu veröffentlichen. Das kann dann für Unterstützungsverweigerer dieses Aufrufs eng werden. Es geht hier um eine entscheidende Frage aller Bürger.

 

Eine Aufhebung der Nulltoleranz bei Saatgut führt zu immensen GVO-Verunreinigungen in Saatgut von Landwirten und Gärtnern. Geplant ist, zunächst 0,1 % genveränderte Körner im Saatgut zuzulassen. Das würde bedeuten, dass je 1000 Körner, 1 genverändertes dabei sein darf und das Saatgut trotzdem noch als „natürlich“ verkauft werden darf. Es gibt leider viele Landwirte, die meinen, mit der zulässigen Kontaminierung haben sie keine Probleme mehr, wie im letzten Jahr beim Saatgutskandal im Mais. Diese Aussagen sind ein klares Brett vor dem Hirn. Beim Saatgut möge das vielleicht zutreffen. Aber was ist mit den Folgen? Kann die Ernteware noch verkauft werden – wenn ja, zu welchen „Ablieferungs“-Preis? – was ist mit dem kontaminierten Boden? -  wie reagieren die Tiere oder die Biogasbakterien, die diese Früchte bekommen?  – Welche Krankheiten bei Mensch und Tier sind die Folgen? -  bist du überhaupt dann noch ein freier Bauer oder nur noch Lizenznehmer? Folgen, die wissenschaftlich mehrfach negativ bestätigt sind!!! Was die Aufhebung der Nulltoleranz bei Futtermitteln betrifft, war es auch so. Jetzt zeigen sich schon die ersten Folgen. Aus vermeintlichen Preisvorteilen für Futtermittel werden fatale Existenzprobleme für Ackerbauern, viehhaltende Landwirte, aber auch Verarbeiter, Molkereien und Vermarkter. Dazu mehr im nächsten Rundmail.

 

Es wäre für die Saatzüchter ganz einfach, 0,1 % GVO-Körner zuzumischen, um die Kontamination in Gang zu setzen. Wir müssen im Mischfutterbereich eine Mischgenauigkeit von 0,01 % einhalten, also 10 Mal dünner. Mischt man dann GVO-Körner dazu, dessen Pflanzen etwas früher blühen als die restlichen 99,9 %, wird das Erntegut höher mit gentechnisch veränderten Körnern durchsetzt sein. Die Folgen in Fütterung und Nachbau von Saatgut wären fatal. Niemand kann diese Verunreinigung jemals rückgängig machen. Gleichzeitig wird die Harmonisierung des Amerikanischen und Europäischen Patentrechts vorbereitet. Dann hätten wir früher oder später amerikanische Rechtsverhältnisse und eine GVO-Landwirtschaft. Dort reicht eine gentechnisch veränderte Pflanze, um das ganze Feld lizenzpflichtig zu machen! Sogar die Saatzüchter unterschätzen die Folgen. Zugelassene Genkörner in eigenen Zuchtlinien zwingen euch in die Fänge von Monsanto & Co. Lesen Sie dazu den Artikel von Dr. Peter Hamel. Wohlgemerkt würde der zulässige GVO-Wert für alle Saaten gelten, also auch für Gemüse, Salat und Blumen. Je 1000 Salatkörner wäre dann 1 GVO-Korn – vielleicht das mit Rattengenen!?! Also -  alle Bürger, Medien und Verantwortliche sind aufgerufen!!!

Immer wieder wird uns weisgemacht, dass mit gewissen Abständen beim Anbau eine Koexistenz möglich ist. Jetzt fordern die Saatzüchter einen Schwellenwert beim Saatgut, weil sie genau dies angeblich nicht können. Wenn eine Koexistenz möglich ist, können die Züchter das Saatgut frei halten! Wenn sie nicht möglich ist, muss Gensaatgut sofort verboten werden, weil die ungehinderte Ausbreitung niemand mehr stoppen kann. BIO ist dann genau so erledigt, wie die gesunde Honigproduktion oder ein gesunder Gemüsegarten. Lesen Sie dazu die Info „Lüge vom Schwellenwert“

Dazu ein ganz wichtiger Filmhinweis:

Derzeit läuft in den Kinos der neue Dokumentationsfilm von Bertram Verhaag, der auch unseren Film drehte:

Titel: „Die gekaufte Wahrheit  -  Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“

Es ist die Pflicht für jeden Bürger, diesen Film zu sehen. Das Bayerische Fernsehen berichtet am vergangenen Freitag in der Sendung UNSER-LAND darüber.

„Wir haben alles im Griff  -   Gentechnik ist sicher beherrschbar!  – Genau so sicher, wie Atomkraft beherrschbar ist“

Diese Standardaussagen der Politik und Wirtschaft kennen wir seit vielen Jahren. Mit grauenvollen Bildern konnten wir in den letzten Tagen sehen, dass alles nicht beherrschbar ist. Genau so wenig, wie es beim Atom ist, ist es auch bei der Gentechnik. Nur mit dem Unterschied, dass die Schädigung durch Atom im Laufe der Jahrzehnte wieder abnimmt. Bei der Gentechnik ist es umgekehrt. Einmal ausgebracht wird es immer mehr und nie mehr rückholbar. Machen wir uns nichts vor und bleiben bei der Nulltoleranz beim Saatgut. Schmiergelder der Industrie vergehen – die Schädigung der Schöpfung nicht mehr!

Viele Grüße

Feilmeier Josef

Internationale Arbeitsgruppe Futtermittel NON-GVO

www.feilmeier.info/OhneGentechnik

PDF dazu:

GVO-Schwellenwerte der Tod des Nachbaus _2_

GVO-Schwellenwerte im Saatgut und die Folgen

Lüge vom Schwellenwert


Quelle: odinswelt

 

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jo on März 12th, 2011

U.S. Air Force photo

von John Schacher

Haben Demonstranten in naher Zukunft um ihr Augenlicht zu fürchten? Wird es zu massenhaften Folgen wie bei S-21 kommen, wo Dietrich Wagner (Bild unten) nun dauerhaft blind bleiben wird? Wohin verschwanden die ethischen Maßstäbe, die diese Waffen ursprünglich ächten liessen?

Die Schweiz zum Beispiel hat diese Ächtung 1980, 1995 und 1996 im Vollmaß realisiert und ordnet alle Blendwaffen unter “bestimmte konventionelle Waffen, die übermässige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können” neben Tretminen ein. Doch was bringt dies im Falle des Angegriffenwerdens?

Blendwaffen, die eine dauerhafte Blindheit des Opfers bewirken, wurden 1995 im Rahmen des Protokolls über blind machende Laserwaffen der Vereinten Nationen ausdrücklich verboten, nachdem sie schon zuvor durch Art. 23 Buchst. e) in Verbindung mit Art. 22 der Haager Landkriegsordnung als Waffen, die übermäßiges Leid verursachen, geächtet waren. (wikipedia)

Derweil die USA wie immer mutig voran gehen:

KIRTLAND LUFTWAFFENSTÜTZPUNKT, N.M. (AFPN), 11.02.2005 – Eine Lasertechnologie-Waffe wird die erste am Mann tragbare, nichttödliche Abschreckungs-Waffe sein, die entwickelt wurde, um Truppen zu schützen und feindliche Mengen zu kontrollieren.

Die Waffe, die vom “Air Force Research Laboratory’s Directed Energy Directorate” entwickelt wurde, verwendet ein Zwei-Wellenlängen-Lasersystem und ist ein tragbares System für Einzelbediener zur Truppen- und Umgebungs-Verteidigung.

Das Laserlicht der Waffe schädigt die Augen der Angreifer “vorübergehend” durch “Beleuchten” oder “Blenden”, den Zielpersonen ihre Fähigkeit raubend, die Laserquelle zu sehen.

Die ersten zwei Prototypen der “Personnel Halting and Stimulation Response”, oder PHaSR, wurden hier im letzten Monat gebaut und an das “Human Effectiveness Directorate” nach Brooks City Base, Texas, und das “Joint Non-Lethal Weapons Directorate” in Quantico, Virginia (!!) zu Prüfzwecken ausgeliefert.

Die Zukunft entsteht hier mit PHaSR,” sagt Capt.  Thomas Wegner, der Leiter des Programmes. Er ist auch Leiter der ScorpWorks, der hier integrierten Laserabteilung. ScorpWorks ist eine Einheit von militärischen Wissenschaftlern und Ingenieuren, welche Lasersystemprototypen für AFRL entwickelt und baut, beginnend vom Konzept bis zum praktischen Produktversuch.

Das “National Institute of Justice” stellte kürzlich ScorpWorks 250,000 $ zur Verfügung, um einen fortgeschrittenen Prototyp zu entwickeln, der zusätzlich einen “augensicheren” Laser-Entfernungsmesser in PHaSR anordnet. Systeme wie PHaSR waren historisch bisher auf Nahdistanz zu stark, auf längere Entfernungen “augensicher” aber nutzlos.

Der neue Prototyp wird nun mit dem “augensicheren Entfernungsmesser-System” gebaut. Fertigstellung nach Plan im März 2006.

Der übermächtige Hang der USA zu Kriegsverbrechen ist uns nicht neu. Uranmunition und Blendwaffeneinsatz, sie können einfach nichts, aber auch gar nichts barbarisches auslassen:

Blendwaffen-Einsatz im Irak:

Am 18. Mai 2006 gab die US-amerikanische Militärführung bekannt, dass sie Laser-Dazzler an die im Irak operierenden Verbände ausgegeben hat. Diese sind zur Verwendung mit M-4-Gewehren ausgelegt und sollen die Besatzung von Straßenkontrollstellen mit einem nicht-tödlichen Mittel ausstatten, um Fahrer aufzuhalten, die sich weigern anzuhalten. Die Ankündigung zog die Kritik mehrerer Menschenrechtsgruppen nach sich, die die Gefahr dauerhafter Augenschäden anführten…

Opfer Dietrich Wagner

 

 

 

 

 

 

 

FAZIT: Wohin die Reise technologisch geht, braucht an dieser Stelle nicht besonders hervorgehoben zu werden. Schutz und Vorsorge gegen immer umfassendere Überwachungs- und Kontroll-Maßnahmen zu entwickeln erfordert hohe individuelle Phantasie. Doch da auf dieser Grundlage eigentlich nur “Defensiv-Entwicklungen” entstehen, verbleiben die “Menschen” immer im technologischen Rückstand zu den “Moralfreien/Barbaren”. Einen ehrlichen Kampf (wenn es schon sein muss) darf man jedenfalls niemals erwarten.

Quellen: U.S. Air Force, Bundesversammlung Schweiz, Wikipedia

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jo on März 12th, 2011

H. G. Wells beschreibt in seinem Roman "Krieg der Welten" wie die Marsianer mit "Hitzestrahlen" angreifen. (Bild: Alvim Corrêa)

von Alexander Pawlak

Wer war zuerst, die Science Fiction oder die Wissenschaft? Das ist im Falle von Strahlenwaffen nicht einfach zu entscheiden. Schon Archimedes soll die Idee gehabt haben, gebündelte Lichtstrahlen als Waffen gegen Angreifer einzusetzen. H. G. Wells hat die Vorstellung von „Todesstrahlen“ Ende des 19. Jahrhunderts fest etabliert. Allerdings lagen damals neuartige Strahlen und ihre Anwendungsmöglichkeiten durch die Entdeckung der Röntgenstrahlen und der Radioaktivität gewissermaßen in der Luft.

Als Theodore Maiman 1960 den ersten Laser präsentierte, schien er die ideale Inkarnation der bis dahin fiktiven Todesstrahlen zu sein. Im Laufe der Jahre eroberte der Laser daher auch seinen Platz in der Science Fiction, wie in der Juli-Ausgabe des Physik Journals nachzulesen ist. In Forschung und Industrie erwies sich der Laser dagegen als friedliches Universalwerkzeug aus Licht. Ein Ende seiner Erfolgsgeschichte ist auch heute noch nicht in Sicht.
Mit dem US-amerikanischen SDI-Programm („Star Wars“) Anfang der Achtzigerjahre kam allerdings die Möglichkeit, Laser als Waffen einzusetzen, wieder ins Blickfeld. Die gewagten Pläne eines Raketenabwehrschilds aus Röntgenlasern im Weltall haben sich zwar als unrealistisch erwiesen, doch noch immer forschen Militärs an der „dunklen Seite“ der Lasertechnologie, wie jüngste Entwicklungen zeigen.
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Weitere Infos:
  • Alexander Pawlak: Zwischen Fakt und Fantasie. Physik Journal, Juli 2010, S. 53
  • Edward Teller und Richard L. Garvin: Physikalische und technische Aspekte von Teilchenstrahl- und Laserwaffen. Physikalische Blätter, August 1986, S. 289 bis 297 (PDF, 6 MB)

 

Kleine Chronologie der fiktiven und realen Strahlenwaffen:
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212 v. Chr Archimedes wird die wohl früheste Idee für eine Strahlenkanone zugeschrieben. Angeblich soll er Bronze- oder Glasspiegel konstruiert haben, mit denen sich das Licht so stark bündeln ließ, dass damit Schiffe in Brand gesetzt werden konnten:
http://history.howstuffworks.com/ancient-greece/archimedes-death-ray.htm
1624 In Francis Bacons Utopie „Nova Atlantis“ findet sich ein bemerkenswerter Absatz, der sich als Vorahnung des Lasers interpretieren lässt:
„Wir haben auch optische Werkstätten, wo wir Versuche mit sämtlichen Strahlen und Lichtarten sowie mit allen Farben anstellen. Aus durchsichtigen und farblosen Körpern erzeugen wir die einzelnen Farben, nicht nur in Form eines Regenbogen schillernd, wie es in Brillanten und Prismen geschieht, sondern durch sich selbst, einfach und selbständig, Außerdem bringen wir jede Vielfalt von Strahlen hervor, so dass wir Licht auf große Entfernungen aussenden und ihm solche Kraft und Stärke verleihen, dass man bei dieser Art Licht die zartesten Linien und Punkte erkennen kann…“
http://www.gutenberg.org/etext/2434
1898 H. G. Wells ersinnt die Hitzestrahlen der kriegerischen Marsianer in „Krieg der Welten“
1924 Der englische Erfinder Harry Grindell Matthews behauptet, eine elektrische Strahlenwaffe („Todesstrahl“) entwickelt zu haben, mit der sich sogar Flugzeuge abschießen lassen.
1929 Buck Rogers macht handliche Strahlenkanonen salonfähig
http://www.toyraygun.com/buckrogersrayguns.html
1930 Der Science Fiction-Autor John W. Campbell verwendet in seinem Roman „The Black Star Passes“ vermutlich als erster den Begriff „ray gun“
http://www.gutenberg.org/files/20707/20707-h/20707-h.htm
1934 Nikola Tesla behauptet, ebenfalls einen Todesstrahl entwickelt zu haben
http://davidszondy.com/future/tesla/teslaray.htm
1951 Der Roboter Gort in „Der Tag an dem die Erde still stand“ droht der Menschheit mit einem gebündelten, zerstörerischen Lichtstrahl, der aus seinem „Auge“ kommt
1953 Erste Filmversion von „War of the Worlds“
1964 Im James Bond-Film „Goldfinger“ bedroht der gleichnamige Bösewicht (gespielt von Gert Fröbe)das Leben von Agent 007 mit einem überdimensionierten Industrielaser. In der Romanvorlage (1961) von Ian Fleming begnügte er sich Auric Goldfinger mit einer Kreissäge.
1965 In der Fernsehserie „Mein Onkel vom Mars“ („My Favourite Martian“) baut Tim Bixby, der junge Held der Serie, unter anleitung seines marsianischen Onkels mit einem Rubinring und einem Diaprojektor einen Laser:
1966 Gene Roddenberry konzipiert für seine Fernsehserie “Star Trek” den Phaser (PHASed Energy Rectification) als Kombination aus Laser und Teilchenstrahl-Waffe mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten:
1966 Der von Stan Lee, Artie Simek and Don Heck erdachte Marvel-Superheld „Living Laser“ hat seinen ersten Auftritt in Ausgabe 34 (November 1964) des Comichefts “Avengers”
1967 In der Fernsehserie „Mit Schirm, Charme und Melone“ spielt ein Laser eine Rolle, der völlig unnötigerweise lautstarke Geräusche von sich gibt, die teilweise aus dem rückwärts abgespielten Geräusch des Querschläger einer Gewehrkugel bestehen:
1977 Der Film „Star Wars“ von George Lucas wartet mit spektakulären Laser-Innovationen auf: dem handlichen Lichtsäbel der Jedi-Ritter und Darth Vaders Todesstern, der mit seinem Superlaser ganze Planeten zerstören kann:
1980 Der Genfer Konvention verbietet den Einsatz von Blendlasern:
http://www.un.org/millennium/law/xxvi-18-19.htm
Jan Stupl und Götz Neuneck, Laser als Waffensysteme:
1983 Start der „Strategic Defense Initiative“ (SDI, „Star Wars-Programm“) durch US-Präsident Ronald Reagan. Ziel ist u. a. die Entwicklung weltraumgestützter Raketenabwehrlaser.
http://www.nils-bremer.de/nmd/2/page12/page12.html
2005 Steven Spielbergs Verfilmung von „Krieg der Welten setzt die Wirkung der marsianischen Todesstrahlen äußerst drastisch in Szene:
2005 Die US-Luftwaffe entwickelt eine tragbare Laserwaffe, deren Akronym PHaSR (Personnel Halting and Stimulation Response Rifle) nicht von ungefähr an die Handwaffen von Strak Trek erinnert:
http://www.af.mil/news/story.asp?storyID=123012699
2006 Frank Schätzings Thriller „Lautlos“ dreht sich um einen Attentatsversuch mit einem Nd-YAG-Laser:
2010 Boeing demonstriert den erfolgreichen Abschuss einer Rakete mit einem Hochenergie-Laser an Bord eines Jumbo-Jets:
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jo on März 4th, 2011

Bild: qp-press

 

Ballerburg: Zwar ist es kalendarisch noch etwas früh für eine zünftige „Mai-Ziere“, aber man kann den Maibaum schließlich nicht früh genug aufstellen. Der März hätte mehr für einen Friedrich gestanden, aber der stand aktuell gerade nicht mehr zur Auswahl für den dringend benötigten Kriegsminister. Klar ist auch, eine so wichtige Position kann in Kriegszeiten – wie wir diese schon seit Jahren haben – nicht länger als 24 Stunden unbesetzt bleiben, daher die Eile. Der Regierungs-Allrounder und Geheimwaffe Nummer eins – das Schräuble – wurde offenbar aus Mobilitätsgründen übergangen oder man wollte ihn nicht von der Front im Kampf um die Moneten abziehen. Aber letztlich wissen wir ja dass jeder gute Politiker alles kann, von den Fragen des Kinderkriegens bis zum Kriegseinsatz gibt es dort niemals Kompetenzlücken. Hätte beispielsweise das Philipp Neuröschen nur das rechte Parteibuch gehabt, hätte er beispielsweise sofort von der Gesundheitsfürsorge zur Vernichtung wechseln können. Nur das für die Regierung so wichtige Thema Copy & Paste ist noch immer nicht korrekt in der politischen Landschaft verankert, weshalb es hier immer wieder zu Ausfällen kommt, wie der neuerliche Rücktritt des Selbstverteidigungsministers Guttenberg belegt.

Damit wird der nächste deutsche (Alp)Traum wahr. Wie sehr begehrte doch de Misere die Bundeswehr im Innern. Jetzt kann er seine Ambitionen gelungen kombinieren. Als scheidender Innenminister und zukünftiger Herr der Ballermänner sind ihm jetzt alle Wege geebnet. Die begonnene Bundeswehrreform und der sich abzeichnende Personalmangel bei der Truppe sind weitere Argumente die Jungs heim ins Reich zu holen, für den Einsatz in deutschen Landen. Erstens ist es viel zu teuer die Prügelknaben solange in fernen Regionen üben zu lassen, dass geht viel billiger in heimischen Gefilden bei stark reduzierten Reisekosten. Hinzu kommt die gravierende Unsicherheit, ob nicht doch ein Großteil der Bevölkerung irgendwann nach libyschem Vorbild gegen das Merkel Regime zu Felde zieht. Da ist es allemal besser die Macht im eigenen Lande verteidigen zu lassen als die Jungs irgendwo in der Welt für deutsche Werte sterben streben zu lassen. Unter diesem Aspekt macht auch der Umbau der Bundeswehr zur reinen Berufsarmee viel Sinn. So erreicht man schneller den Staat im Staate. Und weil sich dort zukünftig nur noch todesmutige Leute einfinden werden, die wie in vielen anderen Berufsarmeen auch, sich vorzugsweise aus niederen sozialen Schichten rekrutieren, dürfte die Hörigkeit der zukünftigen Truppe besser sein als die der bisherigen breit aufgestellten Wehrpflicht-Armee.

Als vorläufiges Fazit aus dieser generösen Spontan-Neubesetzung darf man füglich schließen, dass de Misere völlig perfekt ist für die ihm gestellte Aufgabe und alles weiterhin wie geschmiert läuft. Es gibt keinerlei Hemmungen im Regierungsgetriebe. Auch hier sollte der Name Programm sein. Zudem beteuert der neue Kriegsminister schon seit Jahren seine tiefste Ergebenheit gegenüber der Königin Merkel. Allein dieser Umstand qualifiziert ihn schon für diese strategisch wichtige Position. Deshalb ist die nun vollzogene Belohnung mit dem so wichtigen Amt nur folgerichtig und entspricht der Tradition am Hofe zu Berlin und dies sogar mit dem Segen des Co-Regenten aus Bayern. Dieser Schnellschuss in Sachen Verteidigung reiht sich auch bezüglich des Erscheinungsbildes für die Öffentlichkeit nahtlos in die Annexionen der vergangenen Monate ein, bei denen bereits das Bundespräsidialamt und jüngst noch die Bundesbank dem Kanzleramt angegliedert wurden. Mit diesem gekonnten Schritt sichert sich unsere Monarchin mit ihrer CDU-Familie jetzt auch stilgerecht den Schlüssel zur bundesdeutschen Waffenkammer und geht einmal mehr auf Nummer sicher. Selbstverständlich wird damit auch ressortübergreifend die Sicherheit im Staate exorbitant erhöht und die „Alle vier Jahre Kreuzchenmacher“ sehen sich hinreichend bestätigt dass der Apparat noch bestens funktioniert und die Kreuzchen nicht wirklich vergebens sind. Wenngleich sich die Inhalte für welche die Wählerkreuze stehen auch täglich ändern mögen, so darf dies kein Grund für Gemurre des Pöbels sein – denn am Ende wird alles Gutti – auch wenn zwischendurch mal die SPD wieder am Drücker sein sollte.

Quelle: qp-press.de

 

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jo on März 1st, 2011

Foto: picture alliance / dpa

Spätestens nachdem Guttenberg nun endlich aufgab, weiter den “Gaddafi” zu geben (umgangssprachlicher Begriff für das nicht rechtzeitig von der Macht lassen und in-Ruhe-alt-werden-wollen-Syndrom)  und nach Ablichtung seiner Presseerklärung herrlich dekadent die Treppen aufwärts in höhere Räume (Sphären) tuckte, hat Deutschland wieder Zeit für nächste wichtige Projekte:

 

  1. Wohin ist die Doktorarbeit von Merkel verschwunden?
  2. Kann Merkel überhaupt ein wissenschaftliches Gespräch über Physik führen?
  3. Welche Universitäts-Unterlagen gibt es über Merkel sonst noch (nicht mehr)?
  4. Wer soll glauben, dass Merkel nicht mal ein eigenes Exemplar der Doktorarbeit besitzt?

Fazit zu Guttenberg: Wer glaubt, diesen notorischen Täuscher hiermit endgültig los zu sein, könnte sich schwer irren. Es würde mich nicht wundern, wenn der dann “geläuterte” Freiherr noch einmal aus dem Hut gezaubert würde. Alles eine Frage der Umstände…

 

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